Moers/Kamp-Lintfort: Berufskolleg in Angst
VON DIRK MÖWIUS UND CHRISTIAN SCHROEDER - zuletzt aktualisiert: 10.11.2009 - 17:25Moers/Kamp-Lintfort (RPO). In Moers wirbt die SPD für eine gemeinsame Initiative aller Parteien, um das Mercator-Berufskolleg in der Stadt zu halten. Auch Landrat Ansgar Müller scheint den Standort Moers zu favorisieren.
Auch Landrat Dr. Ansgar Müller rudert zurück. Im Gespräch mit dem Grafschafter brachte er zum Ausdruck, dass er "Kamp-Lintfort noch nicht vorne sehe. Wir halten da mal lieber erstmal den Ball flach." Müller sagt, man müsste auch prüfen, ob die Komplettsanierung des Kollegs am jetzigen Standort genannt wurden 17 Millionen Euro tatsächlich so teuer wäre.Nicht nur Kosten zählen. Für die Schüler des Mercator-Berufskollegs ist es wichtig, dass die Schule ihren zentralen Standort in der Nähe des Moerser Bahnhofs behält."
Mit diesen klaren Worten macht SPD-Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Reimann deutlich, dass die SPD-Fraktion das Engagement von Bürgermeister Norbert Ballhaus für den Erhalt des Mercator-Berufskollegs in Moers bedingungslos unterstützt. Eine Sanierung am bisherigen Standort hat für Reimann dabei Priorität: "Viele Schüler kommen aus den Bereichen Xanten, Rheinberg, Wesel oder Duisburg und können oft bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln das Mercator-Berufskolleg im Zentrum von Moers erreichen."
Schülerzahlen
2635 Schüler zählt das Mercator-Berufskollegt. Die größte Gruppe (763) sind Moerser. Aus Kamp-Lintfort kommen 339, aus Duisburg 293, aus Rheinberg 292, aus Neukirchen-Vluyn 234, aus Xanten 144, aus Alpen 103, aus Rheurdt 61 und aus Wesel 34 Schüler. Der Rest verteilt sich auf 54 weitere Kommunen in der näheren Region.
Dieses Argument ist für Karl-Heinz Reimann neben der reinen Kostenfrage in der Diskussion um die Zukunft der Schule von entscheidendem Gewicht.Für ein gemeinsames Handeln der Moerser Politik wirbt SPD-Landtagskandidat Ibrahim Yetim. Dies sei jetzt für den Erhalt des Mercator Kollegs am Standort Moers nötig. Nachdem Moers bereits das KRZN an Kamp-Lintfort verloren habe, dürfe es nicht sein, dass wieder eine bedeutende Einrichtung verloren geht. Yetim schlägt vor, dass sich die Moerser Kreistagsmitglieder aller Parteien unter Federführung des Bürgermeisters abstimmen.
"Es ist nicht Aufgabe der Moerser, einem Baulöwen die Investitionen zu retten", spricht Yetim klare Wort in Richtung des Dinslakener Bauunternehmers Hellmich. Dieser hatte das BenQ-Gebäude in der Hoffnung gekauft, es als Standort für die Fachhochschule auszubauen, einzurichten und zu verkaufen oder zu vermieten. Das von Walter Hellmich angekündigte Mietangebot lag gestern noch nicht im Kreishaus vor. Landrat Müller hatte allerdings vor Wochen bereits eine Summe gehört, die Hellmich genannt haben soll. Und diese Summe sei Müller ziemlich hoch vorgekommen.
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