Moers: Blauzungenkrankheit in Moers
VON ANANDA MILZ - zuletzt aktualisiert: 06.10.2006Moers (RPO). Moers/Neukirchen-Vluyn Am Mittwoch bestätigte das Veterinäruntersuchungsamt in Krefeld den ersten Fall der Blauzungenkrankheit im Kreis Wesel. Fieber, Schwellungen der Schleimhäute, vermehrtes Speicheln und Blaufärbung der Zunge – diese Symptome zeigte eine Mutterkuh aus einem Rinderbestand in Neukirchen-Vluyn, die mit vier anderen Rindern auf einer Weide im Stadtgebiet Moers gehalten wird.
Übertragung durch Mücken
Die Untersuchung der vier gesunden Tiere ergab jedoch ein negatives Ergebnis. „Das liegt daran, dass sich das Virus nicht von Kuh zu Kuh überträgt, sondern nur durch stechende Mücken“, sagte Kreisveterinär Helmut Kersken aus Wesel. Dennoch steht der betroffene Bestand jetzt unter Beobachtung, auch dürfen Tiere derzeit weder ein- noch ausgeführt werden.
Mit dem neuen Fall werde sich nun auch das Gefährdungsgebiet ändern, so der Kreisveterinär. „Mit jedem Neuausbruch erweitert sich diese Zone, und zwar um einen Radius von 20 Kilometern“, erklärte Kersken. Doch welche Städte und Kreise hinzukommen, sei noch nicht klar.
Bislang umfasst das Gefährdungsgebiet große Teile Nordrhein-Westfalens. Wegen eines Seuchenausbruchs in Krefeld zählen bereits die Städte Kamp-Lintfort, Moers, Neukirchen-Vluyn und Rheinberg dazu. Augebrochen war die Seuche Mitte August im niederländischen Kerkerade, am 20. August wurden die beiden ersten Fälle im Aachener Raum festgestellt, weitere Fälle in Nordrhein-Westfalen folgten.
Ursprünglich stammt die Tierseuch – die für Menschen übrigens ungefährlich ist – aus Afrika und Asien und war bislang auch nur in warmen, südlichen Regionen Europas aufgetreten. „Wir gehen davon aus, dass die Klimaerwärmung uns den Erreger bescherte“, so der Veterinär. Die Ursachen der Blauzungenkrankheit liegen allerdings noch im Dunkeln. „Wir wissen nur, dass sie von rund 25 Mückenarten übertragen werden kann“, so der Experte. „Betroffen sind Schafe, Ziegen und Rinder.“
Doch während die Krankheit bei Schafen meist tödlich verläuft, stellt sich bei Rindern schnell Linderung ein. Wie auch bei der Kuh aus Neukirchen-Vluyn. „Sie ist seit gestern wieder auf dem Weg der Besserung“, bestätigte der Veterinär.
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