Wahlkreis Wesel IV: Bruno Vinschen - der Langstreckenläufer
zuletzt aktualisiert: 29.04.2010 - 15:49Der Moerser CDU-Politiker Bruno Vinschen kandidiert zum zweiten Mal für den Landtag. Der 41-jährige Unternehmer engagiert sich bei der MIT für den Mittelstand. Der begeisterte Jogger läuft heute im Schlosspark.
Für Bruno Vinschen ist es bereits der zweite Landtagswahlkampf. 2005 hat er gegen Elke Talhorst kandidiert – und verloren. Gegen den neuen SPD-Kandidaten rechnet sich Vinschen mehr Chancen aus. Dass ihm, wenn er durch Moers geht und fährt, ständig sein eigenes Gesicht von den Plakaten entgegenlächelt, daran hat er sich immer noch nicht gewohnt.
Immer wieder komisch
„Das ist immer wieder komisch.“ Seine Familie – Frau Linda Arckel und Sohn Felix – sorgen für seine Bodenhaftung. In der Familie und im Freundeskreis wird nicht über Politik gesprochen. Die Erfahrungen aus dem ersten Wahlkampf vor fünf Jahren findet er sehr wertvoll. „Man weiß, was wichtig ist.“ Vor fünf Jahren musste er sich erst bekannt machen. Jetzt ist er durch die MIT lokal verwurzelt.Für eine zweite Legislaturperiode
Trotzdem ist wieder alles anders. 2005 herrschte eine große Wechselstimmung, die nach 39 Jahren SPD-Regierung erstmals wieder einen CDU-Ministerpräsidenten in Düsseldorf ermöglichte. Jetzt geht es für Bruno Vinschen darum, die Regierungsverantwortung zu erhalten. Fünf Jahre reichten nicht aus. Vinschen hält für die CDU eine zweite Legislaturperiode für notwendig, um dem Land einen Stempel aufdrücken zu können. Eine starke CDU könne sich dann den Koalitionspartner aussuchen.
Bruno Vinschen gibt im Moment alles für die Politik. Seit vier Wochen war er nicht mehr im Betrieb. Dass so wenige Unternehmer im Landtag sitzen, findet Vinschen schade, versteht er aber nur zu gut. Mit seiner Werbeagentur wird Vinschen aber auch nach einem Erfolg am 9. Mai weiter machen und weiterhin selbstständig bleiben.
Dass er überhaupt in die Politik ging, ist eine Folge des Mauerfalls in Berlin. An der Schule begeisterte er sich für Geschichte, gute Lehrer konnten sein Interesse wecken und steigern. Als in Berlin die Mauer fiel, war er mit dem Deutschkurs auf den Spuren von Franz Kafka in Prag. Er erlebte den Ansturm der DDR-Bürger auf die bundesdeutsche Botschaft in Prag hautnah, ließ sich von den Menschen ihre oft abenteuerlichen Geschichten erzählen. Er fuhr mit einem Freund nach Berlin, erlebte am 9. November den Fall der Mauer, übernachtete vier Tage im bitterkalten Auto, tauchte ein in die Riesenparty am Brandenburger Tor.
1998 lernte er wiederum in Berlin bei einem MIT-Gespräch für junge Unternehmer Kurt Biedenkopf kennen – und trat anschließend in die CDU ein. Geboren ist Vinschen in Peru, ging dort auch zwei Jahre zur Schule. Er erlebte seine Kindheit als eine sehr bedrückende Zeit mit einem steten Wechsel aus Staatsstreich und Putsch-Versuchen von rechts und links.
Die Geburt seines Sohnes Felix vor einem halben Jahr hat sein Leben komplett verändert. Stolz führt er die elektrische Babyrassel auf dem Handy vor. Außer Familie ist Sport sein Riesenthema. Mit Fußballspielen verschaffte er sich bei seinen Mitspielern Respekt. In Moers gibt es kaum einen Verein, den Vinschen nicht ausprobierte – Fechten, Basketball, Tennis, Leichtathletik. Er studierte an der Sporthochschule Köln und joggt regelmäßig im Schlosspark. Heute nimmt er am Schlossparklauf teil.
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