Moers: Bund soll Moers-Festival fördern
VON HERIBERT BRINKMANN - zuletzt aktualisiert: 06.07.2009Moers (RPO). Reiner Michalke, Leiter des Moers-Festivals, setzt auf den Moerser Bundestagsabgeordneten Siggi Ehrmann. Zu den Plänen der Bundesregierung, die Förderung der Bayreuther Festspiele auf 2,3 Millionen Euro zu erhöhen, schreibt er wütend nach Berlin: "Das darf doch wohl nicht wahr sein! Wie kann man im 21. Jahrhundert so aggressiv und unentwegt einem Komponisten des 19. Jahrhunderts gedenken, der im Übrigen schon zu Lebzeiten gefordert hat, dass man nicht seine alten Stücke, sondern neue, zeitgenössische Stücke aufführen soll, wenn man ihm eine Referenz erweisen will."
Wenn Bayreuth nächstes Jahr 2,3 Millionen Euro vom Bund bekomme, dann solle Moers mindestens 350 000 Euro vom Bund erhalten. Das entspreche in etwa einem Drittel des Gesamtbudgets.
Michalke stößt dabei bei Ehrmann auf offene Ohren. Der stellvertretende Sprecher der Enquetekommission Kultur stellt im Schlussbericht von "Kultur in Deutschland" kritisch fest, dass von den rund 20 Millionen Euro für die gesamte Musikförderung des Bundes für die zeitgenössische, nichtklassische Musik nur ungefähr zehn Prozent, knapp zwei Millionen Euro, zur Verfügung stünden. Allein die Festspiele in Bayreuth werden derzeit mit zwei Millionen Euro, einem Drittel der öffentlichen Zuwendungen, durch den Bund gefördert. Der Bund müsse aus den vorhandenen Mitteln stärker den Bereich der improvisierten Musik fördern.
Hilfe erhoffen sich auch die Veranstalter von kleinen, lokalen Jazz-Konzertreihen aus Berlin. Die Rechteverwertungsgesellschaft Gema habe erkannt, dass sich mit Tonträgern nichts verdienen lasse. So plane die Gema, die Gebühren für Live-Konzerte um bis zu 600 Prozent zu erhöhen. Das wäre das Ende vieler Veranstalter. Siggi Ehrmann hat mit Gema-Chef Dr. Heker gesprochen. Danach sollen für die Kleinen die alten Regeln gelten, bis ein Kulturtarif entwickelt wurde.
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