Moers: Coyote-Club-Betreiber gibt auf
VON CHRISTIAN SCHROEDER - zuletzt aktualisiert: 27.06.2009Moers (RPO). Im September startete Roland Stasch einen letzten Versuch, das Image des "Club Coyote" zu verbessern: Er nannte die Diskothek in der Kirschenallee wieder "Scala", wie sie in ihren besten Zeiten hieß. Doch es nützte nichts: Samstag hat die Disco zum letzten Mal geöffnet.
Ab 23 Uhr startet noch einmal eine polnische Party. "Dann geht nach fast elf Jahren die Ära Club Coyote/Kopernik zu Ende", sagt Roland Stasch, seit sechs Jahre Pächter. Die Disco hat sich nie von der unglückseligen Geschichte mit den Konzerten der Hooligan-Band "Kategorie C/Hungrige Wölfe" erholt. Und auch jetzt noch spürt Roland Stasch die Nachwirkungen: Im Mai ging das Gerücht um, die umstrittene Musikgruppe aus Bremen würde erneut im Club Coyote ein Konzert geben wollen.
Der Bürgermeister meldete sich bei Stasch und erinnerte ihn an dessen Versprechen, die Band nie wieder in Moers auftreten zu lassen. Und tatsächlich stellten sich die Befürchtungen als unbegründet heraus: Die Band spielte nicht in Moers. Nun hat "Kategorie C" auf seiner Internetseite wieder eine undurchsichtige Konzertankündigung veröffentlicht: "Am Sonnabend den 27.06.2009 spielt Kategorie C im West Ruhrpott", steht dort – und wieder waren viele in Moers verunsichert. Roland Stasch aber verspricht: "Bei mir treten sie nicht auf. Ich habe mein Wort gegeben und halte es."
Stasch wird weiterhin in Moers sein Versicherungsbüro betreiben. Er will aber auch im Disco-Geschäft bleiben und demnächst im früheren Tarm-Center in Bochum Veranstaltungen anbieten. Was aus den Gastronomieräumen in der Kirschenallee wird, ist noch offen. Die Betreiber der Diskothek "Aratta" an der Rheinberger Straße sollen Interesse am "Club Coyote" bekundet haben. Roland Stasch hatte nach dem Feuerfehlalarm beim Auftritt im Dezember die Brandmeldeanlage erneuern müssen.
Auch war die Disconutzung vorübergehend untersagt worden. Zudem sei er auf den Kosten der Sachschäden, die beim Konzert entstanden waren, sitzen geblieben, sagt Stasch: Die Versicherung wolle nicht zahlen, nachdem sie vom "Ruf" der Band gehört hatte. Das alles hat Roland Stasch zermürbt – zumal es auch Probleme mit dem Besitzer der Immobilie in der Kirschenallee geben würde. Vielmehr sei der Vermieter "gar nicht aufzutreiben", so Stasch.
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