Moers: Das Buch zum Licht
VON ANJA KATZKE - zuletzt aktualisiert: 12.12.2008Moers (RPO). „Das Geleucht“ – so lautet der Titel eines Bildbandes, der die Entstehung des 30 Meter hohen Piene-Kunstwerks
auf der Halde Rheinpreußen in Moers dokumentiert. Herausgeber ist der Förderkreis Landmarke Grubenlampe.Es ist das größte Kunstwerk auf Moerser Boden: Jedes Wochenende wandern Hunderte Besucher die 72 Meter hohe Halde hinauf, um einmal selbst die Grubenlampe in Augenschein zu nehmen und den fabelhaften Rundumblick zu genießen. Die von Otto Piene erdachte 30 Meter Hohe Grubenlampe, die die Halde Rheinpreußen seit 2007 abends in rotes Licht taucht, hat aber mehr als nur Anziehungskraft. Sie ist ein Symbol für das Engagement und die Begeisterung der Menschen, die es sich zur Herzenssache gemacht haben, Pienes Idee zur Realität werden zu lassen.
Entstehungsgeschichte
Wie das rote Licht auf die Halde Rheinpreußen kam, davon erzählt der Bildband, den der Förderkreis Landmarke Grubenlampe herausgegeben hat. „Das Geleucht“ soll jedoch mehr als ein Bilderbuch sein. Die drei Autoren Helmut Haas, Rolf Sostmann und Karlheinz Tepper dokumentieren nicht nur die Entstehungsgeschichte des Geleuchts, das der renommierte Künstler Otto Piene als Symbol für die Montan-Industrie entworfen hatte. In den ersten Kapiteln geben sie einen kurzen Abriss über die wirtschaftliche Entwicklung des Ruhrgebiets.
Der Bildband
„Das Geleucht – Die Entstehung des Montan-Kunstwerks auf der Halde Rheinpreußen in Moers“. Herausgeber ist der Förderkreis Landmarke Grubenlampe. Der Bildband hat 112 Seiten und kostet 19,95 Euro. Er ist erhältlich in den Buchhandlungen Thalia, Böckler und Graffunder (Meerbeck), in der Druckerei Jung (Meerbeck), im Schuhh
aus Braune (Meerbeck) und in der Stadtinformation Moers.
Sie beschreiben den Beginn der Industrialisierung, den Aufstieg der Eisen- und Stahlindustrie und die Entwicklung der Montanindustrie am linken Niederrhein. Die Autoren porträtieren darüber hinaus einen der Pioniere des Steinkohlebergbaus: Franz Haniel (1779 bis 1868), dem es 1834 gelang, die in rund 100 Metern Tiefe liegende wasserführende Mergelschicht zu durchstoßen und die darunter liegenden Kohleflöze abzubauen. Ein Thema des Bildbands ist der Entwicklung von der Industrie zur Industriekultur gewidmet. Dargestellt werden zum Beispiel die Himmelstreppe auf der Halde in Gelsenkirchen und der Tetraeder in Bottrop. Im Mittelpunkt des Buches steht jedoch das beispielhafte Engagement des Förderkreises Landmarke, der hartnäckig die Realisierung des Piene-Entwurfs über fast zehn Jahre verfolgt hatte, allen voran der Dinslakener Ingenieur Konrad Gappa. Als er im Frühjahr 2000 erstmals in der Duisburger Cubus-Kunsthalle von der Idee des renommierten Künstlers erfuhr, war er sogleich Feuer und Flamme. Spontan sagte er Otto Piene seine Unterstützung zu. Er suchte und fand im Kreis der Berg- und Hüttenleute viele Gleichgesinnte. Im Herbst 2000 gründeten sie den Förderkreis Landmarke, und schon kurze Zeit später umfasste er 100 persönliche und über Mitgliedsvereine mehr als 2000 kooperative Mitglieder.
Was wäre ein Bildband ohne Fotografien? Zahlreiche faszinierende Farbbilder dokumentieren den Bau der Grubenlampe von den ersten Bohrungen, dem folgenden Spatenstich und der offiziellen Einweihung im September 2007. Sie sind den Skizzen und Entwürfen Otto Pienes gegenübergestellt, dem ebenso ein Porträt gewidmet ist. Der Bildband „Das Geleucht“ ist in einer ersten Auflagen von 1500 Stück erschienen.
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