Moers: Das illuminierte Schloss
VON ANJA KATZKE - zuletzt aktualisiert: 27.12.2008Moers (RPO). Die Stadtkirche könnte Vorbild sein: Strahler tauchen das imposante Kirchengebäude abends in sanftes Licht. Eine Illumination des Moerser Schlosses ist zwar von allen Seiten gewünscht, ein Konzept ist aber erst in Arbeit.
Während eines Bummels auf dem Moerser Weihnachtsmarkt fiel es Maren Schmidt, Fraktionschefin der Grünen, ins Auge: Auf der einen Seite der beleuchtete Markt, auf der anderen Seite ein Schloss im Dunkeln: „Das fiel besonders auf, weil in diesem Jahr auf dem Kastellplatz kein Riesenrad mehr stand“, betont die Politikerin. Im Hauptausschusses stellt sie deshalb die Anfrage, ob das Wahrzeichen der Grafenstadt nicht angestrahlt werden könnte. Die Resonanz sei positiv ausgefallen, berichtet Maren Schmidt.
In der Schublade gelandet
Die Verwaltung habe eine Prüfung zugesagt, die Beleuchtung in das Schlosskonzept aufzunehmen. „Wir verfolgen das Thema natürlich weiter“, betonte die Fraktionschefin der Grünen. Mit der Forderung steht sie nicht allein. „Auch wir haben das Thema bereits ins Spiel gebracht, wurden aber von der Verwaltung abgeschmettert“, berichtet Claus Peter Küster (FBG). Schon im November 2007 habe Ingo Plückhahn, Sprecher der Freien Bürger im Kulturausschuss, gefordert, das Schloss mit einer Außenbeleuchtung auszustatten, die es als touristisches Ziel ausweise.
Masterplan Innenstadt
Nach einem mehrjährigen Prozess hat der Rat der Stadt Moers in seiner Sitzung am 27. September 2006 mit dem moersKonzept/Masterplan Innenstadt einen verbindlichen Handlungsrahmen für die Entwicklung der Innenstadt beschlossen. Es beruht auf dem intensiven Austausch des Bundes Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure - BDB, „Ortsgruppe Moers“ und Vertretern der Verwaltung. Künftige Baumaßnahmen in der Innenstadt müssen auf die Vorgaben dieses Konzeptes Rücksicht nehmen.
„Das Thema wurde in die Arbeitsgruppe Schloss geschoben“, erklärte Küster auf Anfrage des Grafschafter. „Und damit ist es in irgendeiner Schublade gelandet“, ist der Politiker überzeugt. Er möchte vor allem geklärt wissen, wie eine permanente Beleuchtung zu gewährleisten sei, zum Beispiel mit LED und modernster Technik. Laut Thorsten Schröder, Sprecher der Stadt Moers, gebe es bereits Strahler, die vor dem Gebäude in den Boden eingelassen seien. Die Illumination des Schlosses sei aber Teil des Masterplans Innenstadt, darin sogar als Zielsetzung formuliert. „Ein Konzept ist in Arbeit und soll im März 2009 in den entsprechenden Ausschüssen beraten werden.“ Auch Bürgermeister Norbert Ballhaus habe sich im Bürger-Chat bereits deutlich zu diesem Thema positioniert, so Schröder. Dass es keine konkreten Details gebe, die man präsentieren könne, hänge unter anderem mit den Bauarbeiten am Schloss zusammen. Museumsleiterin Diana Finkele hat hingegen ganz konkrete Vorstellungen für die Illumination des Schlosses: Sie stellt sich eine dauerhafte Beleuchtung in den Abendstunden vor, die das Schloss als herausragendes Baudenkmal zum Beispiel von der Fußgängerzone aus deutlich erkennbar macht.
„Von der Perspektive Innenstadt aus sollte man besonders den Turm am Haupteingang aus dem Dunkel erheben. Das heutige Hauptgebäude sollte in Verbindung mit den am Schloss vorbei laufenden Wegen beleuchtet werden“, erläutert die Museumsleiterin.
Dass die Realisierung auch unbürokratisch laufen kann, zeigt die evangelische Stadtkirche. Wie der Kirchenkreis Moers mitteilte, hatte sich Pfarrer Rainer Busse, der eine Sonderdienstpfarrstelle innehatte, engagiert mit einem Team an die Umsetzung gemacht. Es wurden Sponsoren gefunden, den Strom zahlt die Kirchengemeinde.
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