Kamp-Lintfort: Das klösterliche Leben
VON ANJA KATZKE - zuletzt aktualisiert: 02.09.2010Kamp-Lintfort (RPO). Auf dem Kamper Berg wirft ein weiterer Höhepunkt des europäischen Kulturhauptstadtjahrs seinen Schatten voraus: "Geistliches trifft Weltliches" heißt es vom 17. bis zum 19. September. Im Mittelpunkt stehen die Zisterzienser.
Der Mythos Ruhr ist durch Kohle und Stahl begründet. Die Wurzeln der Region reichen jedoch oftmals viel weiter in die Vergangenheit zurück. Ein Beispiel dafür ist das Kloster Kamp, gegründet im Jahr 1123 durch zwölf Mönche, die aus dem lothringischen Kloster Morimond kamen. Der Verein "Europäische Begegnungsstätte" Kloster Kamp und das Geistliche und Kulturelle Zentrum wollen gemeinsam diese Wurzel der Kamp-Lintforter Geschichte ins Bewusstsein rücken. Die "Europäische Begegnungsstätte" lädt europäische Zisterzienser für Freitag, 17. September, ins Kloster ein, um miteinander über die Bedeutung der Zisterzienser für Europa und die Gegenwart ins Gespräch zu kommen. Das Zentrum Kloster Kamp veranstaltet am Samstag, 18. September, und Sonntag, 19. September, Tage der offenen Tür, um die klösterliche Lebensform zu vermitteln.
Gottesdienst und Diskussion
Auf einem Markt präsentieren Repräsentanten aus acht Klöstern aus Tschechien, England, Frankreich und Deutschland Produkte, die in den Klöstern hergestellt werden – Kerzen, Liköre, Tees, Karten und Wein. Es wird ein Bibelweg im Bruder-Konrad-Garten eingerichtet, und erstmals wird den Besuchern die wertvolle Bibliothek des Klosters präsentiert. "Es sind historische Kostbarkeiten, die von den Mönchen gehütet wurden", betont Annerose Schmitz, Geschäftsführerin des Zentrums Kloster Kamp. Das Zentrum lädt ein zu Führungen durch das Museum und zur Meditation auf der Turmterrasse. Der Verein "Europäische Begegnungsstätte" lässt die Zisterzienser-Traditon aufleben. Am Freitag, 17. September, beginnt die Begegnung um 15 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst, an dem Altabt Dr. Kassian von der Abtei Mehrerau in Österreich, Paul Geißendörfer von der Gemeinschaft der evangelischen Zisterzienser-Erben und Nikolaus Schneider, Präses der evangelischen Kirche, teilnehmen. Im Anschluss spricht Dr. Kassian über das Thema "Zisterzienser und Europa". Für den Abend ist zu diesem Thema eine Podiumsdiskussion mit weiteren Geistlichen vorgesehen, darunter Äbtissin M. Bernadette Hein von Abtei Lichtenthal und Pfarrer Georg Kalckert von der Charte Européenne in Heisterbach. Weitere Vorträge sind für Samstag, 18. September, vorgesehen. Die Themen: "Klosterlandschaften und Kulturlandschaften" und "Evangelische Zisterzienser-Erben." Das Wochenende endet am Sonntag, 19. September, musikalisch. Das Ensemble Officium aus Tübingen gastiert mit "Cantus Bernhardi", das Hohe Lied des Bernhard von Clairvaux in der Abteikirche Liebfrauen. Ab 19 Uhr bringt das Ensemble mittelalterliche Musik der Zisterzienser zu Gehör. Der Eintritt kostet 15 Euro.
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