Moers: Das Licht der Bergleute
VON ANJA KATZKE UND KLAUS DIEKER (FOTOS) - zuletzt aktualisiert: 10.08.2007Moers (RPO). Das Projekt „Landmarke“ auf der Halde Rheinpreußen steuert auf seine Vollendung zu: In der 30 Meter hohen Grubenlampe wurde zum ersten Mal das Licht angeknipst. Die Probe fand im Beisein von Otto Piene statt.
Neun lange Jahre hat es gedauert, bis Otto Pienes spektakuläre Lichtinszenierung auf der Halde Rheinpreußen Realität wurde: „Es war eines meiner größeren Projekte. Aber wir haben die Zeit genutzt“, sagte Otto Piene. Der Künstler zeigte sich sichtlich bewegt vom Ergebnis der fünfmonatigen Bauarbeiten auf der Halde an der Römerstraße in Moers: „Der Turm ist zum Turm geworden. So habe ich ihn noch gar nicht gesehen.“ Er ließ es sich am Mittwoch Abend nicht nehmen, bei der Lichtprobe dabei zu sein. „Das Licht in der Grubenlampe muss noch stärker werden. Es soll als ein Stern erstrahlen“, sagte der Künstler, der eigens aus den USA angereist war und jedes Detail seines Kunstwerks mit den Mitarbeitern des Regionalverbandes Ruhr (RVR) bespricht. Bis Montag, 17. September, soll das Geleucht so sein, wie es sich Otto Piene erdacht hatte. Dann wird die Landmarke „Grubenlampe“ offiziell eingeweiht.
Einweihung
Das Gesamtkunstwerk „Geleucht“ wird am Montag, 17. September, 19 Uhr, offiziell eingeweiht. Danach soll die Halde Rheinpreußen mit ihrer Grubenlampe auch als Veranstaltungsort genutzt werden können. Die Illumination findet im Sommer von 21 bis 23 Uhr, im Winter von 19 bis 33 Uhr. Der Aussichtsturm soll für Besucher geöffnet werden.
Den richtigen Farbton gesucht
25 Meter ist der Turm hoch, den man über eine Wendeltreppe im Innern besteigen kann. Von einer Aussichtsplattform hat der Besucher einen atemberaubenden Rundumblick über den Rhein, Moers und Krefeld. Der Turm wächst an dieser Stelle noch einmal fünf Meter weiter: So groß ist allein der Haken der Grubenlampe, die schon aufgrund der Farbgebung ein Blickfang ist: Es ist ein bestechender Rot-Orange-Ton. „Es hat gedauert, bis wir den Farbton gefunden hatten, den sich Piene vorgestellt hatte“, berichtet Rainer Kramps vom RVR. Fündig wurden die RVR-Mitarbeiter an nie gedachter Stelle: „Es handelt sich um eine Farbe, mit der normalerweise Lkw lackiert werden“, erzählte Kramps. Noch stehen Farbeimer in der Grubenlampe, Planen decken diverse Bereiche ab. Doch eine Befeuerung für den Flugverkehr ist bereits am Haken der Grubenlampe angebracht.
Bevor der RVR mit dem Bau der Grubenlampe begann, sorgte er im ersten Bauabschnitt für ein Ausleuchtungsfeld von rund 8000 Quadratmetern, auf dem 35 Leuchtmasten aufgestellt wurden: Durch sie wird die Grubenlampe angestrahlt. Suggeriert werden soll jedoch, dass das Licht von der Bergmannslampe ausgeht. Auch die Zeit nach der Eröffnung im September wurde bereits nachgedacht. Der Bürgerverein „100 Jahre Meerbeck“ wird für den reibungslosen Betrieb der Grubenlampe sorgen – mit der Unterstützung des Förderkreises Landmarke Grubenlampe, der sich über die Jahre hinweg für die Verwirklichung dieses Piene-Projektes stark gemacht hatte.
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