Neukirchen Vluyn: Dattel bricht das Fasten
VON SABINE HANNEMANN - zuletzt aktualisiert: 21.10.2006Neukirchen Vluyn (RPO). Der türkisch-islamische Kulturverein hatte in diesem Jahr die Schulen zum Fastenbrechen eingeladen. Das Fest wurde in den Vereinsräumen an der Holtmannstraße gefeiert. Es ist schon eine Tradition geworden, dass zu dem hohen Festtag des Islams, dem Fastenbrechen als Abschluss des Ramadans, die Nachbarschaft eingeladen wird. Diesmal hatte sich der Vorstand des türkisch-islamischen Kulturvereins entschieden, gemeinsam mit Vertretern der Schulen zu feiern.
„In der Vergangenheit haben wir Kindergärten und die Vereine der Holtmannstraße eingeladen“, erzählt Tuncer Uludag vom Vorstand des Kulturvereins. Das gute Miteinander und die Zusammenarbeit im Sinne der Integration sei ihnen ein wichtiges Anliegen.
„Die Integration der Muslime ist in Deutschland eine neue Aufgabe, und deshalb müssen wir alle gemeinsam neue Wege und Lösungen suchen. Wir müssen Vorurteile aus dem Weg räumen“, so Tuncer Uludag. Den gemeinsamen Weg beschreitet der Kulturverein seit Jahren nicht zuletzt dadurch, dass er in der Vereinsgemeinschaft Holtmannstraße zu finden ist. „Nur gemeinsam können wir bestehen“, ergänzt Ibrahim Inci vom Vorstand. Klaus Plonka, Schulleiter der Diesterwegschule, betonte: „Wir können voneinander lernen. Unser Grundgesetz bindet alle und regelt das demokratische Miteinander. Es ermöglicht jedem, frei nach seinen religiösen Vorstellungen zu leben.“ Kommunikation sei die Grundlage, die gemeinsame deutsche Sprache die Voraussetzung. „Sorgen Sie dafür, dass Ihre Kinder und Jugendlichen eine Sprache sprechen“, so Plonka.
In Vorbereitung auf das Fastenbrechen hatten sich die Schüler im Religionsunterricht über den Islam informiert. Gemeinsam mit ihren türkischen Klassenkameraden erlebten sie diesen hohen Feiertag. „Ramadan ist der bewusste Verzicht. Unseren Kindern vermitteln wir früh diese Tradition, die der Koran uns vorschreibt“, erzählt Ibrahim Inci. Die erste Speise, mit der das Fasten endet, ist traditionsgemäß die Dattel. Nach dem Gebet standen den Gästen verschiedene landestypische Speisen zur Auswahl.
Ramadan
Der Säule des Islams fühlen sich alle erwachsenen Muslime verpflichtet. Ausnahmen wie Schwangerschaft, Stillzeit oder Krankheit regelt der Koran.
Das 30-tägige Fasten richtet sich nach dem Mondkalender und beginnt täglich mit der Dämmerung und endet am Abend. Als Fastenbrechen gilt schon die geringe Aufnahme von Flüssigkeit wie beispielsweise das Mundausspülen beim Zahnarztbesuch.
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