Neukirchen-Vluyn: Dem Himmel ein Stück näher
VON SABINE HANNEMANN - zuletzt aktualisiert: 21.08.2007Neukirchen-Vluyn (RPO). Der Regionalverband Ruhr weihte am Sonntag die „Himmelstreppe“ vom Fuße der Halde Norddeutschland bis zum 52 Meter hohen Gipfel offiziell ein. Danach nahmen die Nordic Walker das stählerne Kunstwerk in Beschlag.
„Uwe, immer lächeln und hoch“, Mutmacher an der Himmelsleiter hatten gut reden, als die ersten Sportler vom Ausdauersportverein im neongelben Dress zum Treppenlauf starteten. 360 Stufen der stählernen Leiter bei 52 Metern Höhenunterschied im Laufschritt – für Durchtrainierte dauert die sportliche Herausforderung gute zwei Minuten. Während mit dem Nordic Fun Event die Himmelsleiter auf der Halde Norddeutschland ihre offizielle Premierenveranstaltung hinter sich brachte, weihten die „Macher“ die Treppe vor einem großen Publikum ein.
„Es geht weiter“
„Akropolis“
Der RVR hat 2002 die Halde erworben, um sie für Freizeit und Tourismus zu erschließen. Auf der Westflanke sind Möglichkeiten für Trendsportarten wie Drachen- und Modellsegelfliegen, Paragliding und Nordic Walking geschaffen worden. Auf der Halde sorgt seit 2006 das weithin sichtbare Hallenhaus für Diskussionen, das in der Bevölkerung als die Akropolis bezeichnet wird.
In fünf Bauabschnitten entstand eine leicht aufgeständerte, beleuchtete Stahltreppe aus vier Treppenanlagen, die direkt und auf dem kürzesten Weg zum Haldenkopf führt. Vorsicht ist allerdings beim ersten Abschnitt geboten. Er ist zum Ende eine Stolperfalle, mit der man nicht rechnet, da sich der Blick nach oben richtet. Ob Sportgerät oder Kunstwerk, Bürgermeister Bernd Böing war sich sicher, dass trotz aller kontroversen Diskussion um die Kosten der 600 000 Euro teueren Himmelsleiter – das Land förderte mit 80 Prozent – „das Ergebnis positiv ist und viele Menschen anlocken wird.“
Heinz-Dieter Klink, Direktor des Regionalverbandes Ruhr, freute sich über den ersten Abschnitt, denn „es geht weiter. Oben ist ein Haus für die Drachenflieger geplant. Die Rundwege um die Halde müssen gebaut werden.“ Für Ende 2009 rechnet er mit der endgültigen Fertigstellung der Halde, eine von 29 gestalteten Halden im Revier. Hans-Dieter Collinet, NRW-Ministerialdirektor für Bauen und Verkehr, betonte die Besonderheit des künstlichen Berges, den die Natur und der Mensch erobert hat.
Dass der Strukturwandel einer Region sinnvoll ein Ende findet, stellte Hans-Joachim Berg, Technischer Dezernent des Kreises fest. „Der Berg ist der Lohn für die Mühe.“ Michael Kaschke, Vertreter des Hamburger Planungsteams, nannte weitere Veranstaltungsmöglichkeiten. Wünsche der Bevölkerung kennt das Planungsteam auch, wie Bänke zum Ausruhen und die Versorgung mit Wasser und Strom auf dem Haldenkopf. Die Bevölkerung hat die Halde längst mit Beschlag belegt, nutzt sportliche Möglichkeiten wie Nordic Walking oder entschleunigt die Wege auf Schusters Rappen.
Dass die Halde „Symbol einer bald vergangenen Epoche der Industriegeschichte ist, weiß doch heute kaum noch jemand“, meinte eine Besucherin und „schade, dass die Einweihung nicht abends an der beleuchteten Treppe stattgefunden hat.“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




