Moers: Den Platz jetzt neu planen
VON ULRICH JOPPICH - zuletzt aktualisiert: 11.12.2008Moers (RPO). In einem Schreiben an den Geschäftsführer des Werberings, Harald Lenßen, sagen Anwohner und Geschäftsleute hundertprozentige Unterstützung für Aktionen zur Rettung des Vluyner Platzes zu.
vluyn Als „Aktivisten“ und „Unermüdliche“ bezeichnet Dr. Helmut von Hagen die Runde derjenigen, die den Geschäftsführer des Werberings, Harald Lenßen, bei der Rettungsaktion für den Vluyner Platz hundertprozentig unterstützen wollen. Mit ihm an einem Strang ziehen wollen dabei Sandra Luven, Horst Blask, Winfried Exner, Berthold Kirch, Peter Sprenger, Norbert Wehren und Werner von Hagen.
„Schwer zu knackende Nuss“
„Diese Unterstützung hat auch die Wirtschaftsförderin Heike Schönfelder. Deren Einschätzung, dass die Hauseigentümer aufwendige Umbaumaßnahmen scheuen, teilen wir so pauschal nicht. Wir glauben eher, dass viele Eigentümer den Umgang mit der Verwaltung scheuen, denn es hat sich herumgesprochen, dass unser neuer Erster Beigeordneter und ehemaliger Planungsamtsleiter eine schwer zu knackende Nuss für Bauwillige ist“, so von Hagen in einem Schreiben an Harald Lenßen.
Gute Nachrichten
Wie Harald Lenßen gestern mitteilte, wird ab Anfang des kommenden Jahres ein Kindermoden-Geschäft in den Räume der Fahrschule eröffnet. Auch würden zurzeit Gespräche wegen einer Neubelegung der Plus-Filiale geführt. Es gebe einen Interessenten. Man sei optimistisch, dass auch eine Aufteilung und ein Umbau der Räumlichkeiten möglich sei.
Dem Ersten Beigeordneten Ralf Eccarius trage man Äußerungen wie „Was in Neukirchen-Vluyn schön ist, bestimme ich“ und andere Dinge noch sehr nach. Wichtig sei aber auch die Vergangenheitsbewältigung der Wirtschaftsförderin durch ihre Bemerkung, dass der Vluyner Platz eine städtebauliche Sünde sei, an der es nichts zu deuten gebe.
Bei der Verwaltung gebe es offenbar Irritationen bezüglich der Eigentumsverhältnisse der Grundstücke und deren Auswirkung. Die Stadt trage die Unterhaltungs- und Renovierungspflichten für den gesamten Platz, unabhängig von den Eigentumsverhältnissen. „Seit einiger Zeit hält sich das Gerücht, dass die Eigentumsverhältnisse schuld am desolaten Zustand des Platzes seien, was natürlich völliger Quatsch ist“, so Helmut von Hagen.
Er und seine Mitstreiter seien der Auffassung, dass „spätestens jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, aktiv zu werden“. „Der Platz ist in einem so desolaten Zustand, dass ohnehin etwas passieren muss. Die wirtschaftliche Situation ist katastrophal, der Ausbau des Pastorats und der Abriss des Kindergartens laden zu einer Neuplanung ein“, betont der Verfasser des Schreibens.
Bei der Gelegenheit sollte man auch gleich den Bebauungsplan für die Dachgeschosse der Häuser am Vluyner Platz ändern, so die Anregung. Von Hagen weist auf andere Kommunen hin. „Befahrbarkeit im Schritttempo und Parkplätze vor die Geschäfte“ sei dort das Rezept für die Lösung der Probleme gewesen. Schon jetzt würden nachmittags Autos in der Fußgängerzone abgestellt. „Hier haben die Bürger die Stadtplanung und die Politik längst im Alltag überholt“.
Harald Lenßen hat sich am vergangenen Montag mit von Hagen und seinen Mitstreitern getroffen und im Anschluss an das Gespräch in einem Schreiben an Bürgermeister Bernd Böing ein Gespräch im Rathaus angeregt, an dem Eigentümer und Mieter des Vlyner Platzes und Vertreter der Verwaltung teilnehmen sollen.
Unter anderem soll bei diesem Treffen über das Baurecht für den Platz informiert, über eine Immobilien-Standort-Gemeinschaft nachgedacht und die Fragen der Anwohner beantwortet werden.
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