Moers: Der goldene Pinguin
VON ANJA KATZKE - zuletzt aktualisiert: 27.11.2009Moers (RPO). Und der "Goldene Pinguin" geht an. . . das Theaterhaus Frankfurt. Das Ensemble überzeugte die jugendliche Jury im Rahmen der Penguin's Days mit der Inszenierung "Stones". Der Sonderpreis geht an das Helios Theater Hamm.
Die Penguin's Days sind zu Ende: Mit 35 Theaterstücken und Workshops erreichte Holger Runge, künstlerischer Leiter des Kinder- und Jugendtheaterfestivals, mehr als 3500 Moerser Schüler und Kindergartenkinder. Ihren krönenden Abschluss fanden die Penguin's Days gestern im Schloss mit der Verleihung des Goldenen Pinguins. Die fünfköpfige Jury aus Schülern im Alter von 16 bis 18 Jahren, die sich jedes Jahr neu zusammensetzt, hat es sich nicht leicht gemacht.
Beste Inszenierung
Zur besten Inszenierung krönte die Jury das Stück "Stones" von Stefo Nantsou und Tom Lycos, mit dem das Theaterhaus Frankfurt in Moers zu Gast war. Das Theaterstück erzählt in atemberaubender Geschwindigkeit von zwei Jugendlichen, die Steine von einer Brücke werfen und einen Autofahrer töten. Das Stück wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. "Es ist acht Jahre alt und hat eine sehr hohe Dynamik. Es lebt von dem direkten Kontakt zum Publikum", berichtete Holger Runge im Vorfeld der Verleihung. Gestern Abend gaben die Schauspieler anlässlich der Verleihung des mit 1500 Euro dotierten Preises eine kleine Kostprobe. Der Sonderpreis (500 Euro) ging an das Helios Theater Hamm, das mit einem Stück für Kinder ab zwei Jahren begeisterte: "Holzklopfen" heißt die Inszenierung und ist eine Koproduktion mit dem Theatre Jeune Public Straßburg. Es ist eine Theaterproduktion mit hohem künstlerischen Anspruch für ganz kleine Kinder. Der Jury gefiel der ungezwungene Umgang mit dem Publikum. "Es ist eine riesige Leistung, kleine Kinder zu beeindrucken", hieß es in der Laudatio. Holger Runge zieht für sich selbst ein positives Fazit der diesjährigen Penguin's Days. Das Jugend- und Theaterfestival habe sich von seinen Ursprüngen her weiter entwickelt, betonte der künstlerische Leiter. "Ich habe den Eindruck gewonnen, dass sich das Publikum gerne auf experimentelles Theater einlässt", erklärte Runge. Ein Beispiel dafür sei die positive Resonanz auf das Ein-Frauen-Stück "Faust in the box". Die Schüler hätten nach der Aufführung rege mit der Performance-Künstlerin Bridge Markland diskutiert. "Man kann dem Publikum etwas zutrauen", ist Holger Runge überzeugt. Spannend sei für ihn persönlich auch die Begegnung mit einer internationalen Theatergruppe gewesen. "Die Begegnung mit dem Jugendclub aus Knowsley war schon ein Highlight in diesem Jahr", berichtet der künstlerische Leiter. Er hat sich vorgenommen, weiterhin neue ästhetische Strömungen in der Kinder- und Jugendtheaterszene nach Moers zu holen. Im nächsten Jahr wird der Pinguin übrigens volljährig. Runges Arbeitstitel für 2010 lautet: "Liebe ist ein seltsames Spiel."
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