Rheurdt: Der lange Arm des Krieges ist noch spürbar
zuletzt aktualisiert: 16.11.2009Rheurdt (RPO). 8,5 Millionen Tote forderten der erste und zwischen 55 und 62 Millionen Tote die Naziherrschaft und der vor Deutschland vom Zaun gebrochene zweite Weltkrieg.
Das sei ein Grauen, das jegliche Vorstellungskraft übersteige, mahnte in seiner Ansprache zum Volkstrauertag der Rheurdter Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen im Gedenkgottesdienst zum Volkstrauertag in der Schaephyusener Kirche St. Hubertus. Bevor Pastor Rudolf Schäfers statt einer Predigt dem Bürgermeister die Kanzel überließ, erinnerte er daran, dass düstere Texte das zu Ende gehende Kirchenjahr bestimmten.
So erinnerte der Text der Lesung aus dem alten Testament aus dem Buch Daniel an das Ende der Welt, kündigte ein Gericht aber auch Auferstehung an.
Ebenso beschreibt der Text aus dem Markusevangelium am vorletzten Sonntag des Kirchenjahres vorgetragen apokalyptische Zustände einer sich verfinsternde Sonne, eines nicht mehr scheinenden Mond und vom Himmel fallender Sterne. Trotzdem wies Pastor Schäfers darauf hin, dass beide Bibelstellen den Glauben an Gott als Ausweg zu ewigem Leben in Frieden wiesen.
Bürgermeister Kleinenkuhnen erinnerte daran, dass das schreckliche Kriegsgeschehen und die Naziherrschaft gar nicht so weit von und weg seien, wie viele gern glauben möchten.
Er gebrauchte das aus der Literatur entliehene Zitat vom "langen Arm des Krieges" der heute immer noch zu spüren sei. "Welch ein Geschenkt ist es, in Frieden und Freiheit zu leben. Für diese Ideale müssen wir eintreten." Nach der Messe in der Kirche St. Hubertus, die musikalisch von Männergesangsverein gestaltet wurde, legte der Bürgermeister an der Gedenkstätte vor der Kirche einen Kranz nieder.
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