Moers: Die beiden Hirten
VON HEDI MEINECKE - zuletzt aktualisiert: 08.03.2008Moers (RPO). Die Fusion steht. Dechant Hans-Joachim Klaschka und Pfarrer Heinrich Bösing stehen an der Spitze der beiden neuen und eigenständigen Kirchengemeinden St. Josef Moers und St. Martinus Repelen.
Sie nehmen die Herausforderung an: Auf Dechant Hans-Joachim Klaschka und Pfarrer Heinrich Bösing warten große Aufgaben. Mit dem diesjährigen Pfingstfest nämlich stehen sie an der Spitze der beiden neuen und eigenständigen Kirchengemeinden St. Josef Moers und St. Martinus Repelen. Das ist das Ergebnis der Fusion, die den Zusammenschluss aller zehn Moerser Gemeinden mit insgesamt 34 000 Katholiken zur Folge hat. Klaschka und Bösing allerdings sehen in der Zusammenführung, die die Kirchenlandschaft dramatisch verändert, eine Chance – für eine neue, anders geartete, aber lebendige Kirche.
Fusion
An der Spitze der katholischen Kirchengemeinde St. Josef steht Dechant Hans-Joachim Klaschka, St. Martinus Repelen wird von Pfarrer Heinrich Bösing geführt. Zu St. Josef gehören dann: St. Bonifatius Asberg mit St. Markus Schwafheim sowie St. Ludger Kapellen. Zu Martinus gehören: St. Ida Eick, St. Barbara Meerbeck mit St. Lucia Baerl, St. Marien Hochstraß und St.Konrad. Scherpenberg
Bösing spricht von einem „Laien-Dekret“. Die Laien mit einbeziehen in die Entscheidungsgremien, sie befähigen, pastorale und gestalterische Aufgaben zu übernehmen, sie auf dem weiten Feld des caritativen Dienstes einweisen, das sind seine Ideen. „Denn das gemeinsame Handeln und die gemeinsame Verantwortung für eine gute Sache forciert und stärkt das Gefühl der geistig-religiösen Zusammengehörigkeit,“ sagt er. „Und eine Gemeinde lebt mit und von den Menschen, die sich hier einbringen, hier ihre Heimat finden und der Kirche ein Gesicht geben“, betont Achim Klaschka.
Neue Messordnung
Die Vorbereitungen für das neue Reglement sind abgeschlossen. Der paritätisch besetzte Verwaltungsausschuss, der die Aufgaben des Kirchenvorstandes übernimmt, steht. Er ist für den Finanzbereich und den Haushalt verantwortlich. Auch stehen die Mitglieder des Pfarrgemeinderates fest – bis zur Wahl im Jahre 2009. Gottesdienste werden bereits nach einer neuen veränderten Messordnung gehalten und von den Gläubigen bereitwillig angenommen. Die Veränderungen im kirchlichen Raum bleiben nicht ohne Auswirkungen auf den Immobilienbesitz der Gemeinden. Die Besitztümer sollen auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Gemeinden zurückgeführt werden.
Und die Bedürfnisse schrumpfen zwangsläufig, weil die Zahl der Katholiken und auch die Zahl der Priester zurückgeht – ein Symbol für den Verfall der Glaubensbindung breiter Schichten. „Das katholische Milieu im alten Sinne ist einer neuen Kirchlichkeit gewichen, einer individuellen Glaubensbindung“, sagt Dechant Klaschka. Er spricht von Realitäten, „die wir nicht ausklammern dürfen, sondern im Rahmen eines pastoralen Konzeptes analysieren und klären müssen.“
Der Dechant plant darüber hinaus Seelsorge-Konferenzen, um neue Schwerpunkte zu setzen, „weil alte Regeln nicht unbedingt den Erfordernissen einer neuen Zeit entsprechen und wir als Kirche dann unsere berechtigten Anliegen mit einer Stimme überzeugender vertreten können.“ Auch die Ökumene wollen Klaschka und Bösing weiterhin pflegen. „Ein Anliegen sind uns auch die Gespräche mit den Muslimen“, betont Bösing.
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