Moers: Die Humor-Hochburg
VON ANJA KATZKE - zuletzt aktualisiert: 17.08.2009Moers (RPO). Das Comedy Arts Festival ist in seiner 33. Neuauflage voll durchgestartet. Temporeich, virtuos und mit vielen Schenkelklopfern machte es Moers zur Humor-Hochburg des Wochenendes. Ein rundum gelungenes Spektakel.
Wenn sich die Internationalität eines Festivals daran messen lässt, auf wie viele Arten der Städtename ausgesprochen werden kann, dann spielt das Comedy Arts Festival ganz weit oben mit: Schlangenfrau Svetlana Flamingo (USA) war nach "Muhrs" gekommen, die afrikanischen Sänger von "Mozuluart" nach "Mohrs", und Thomas vom Duo "Oropax" nach "Mo-ärs". Egal. Hauptsache ist doch, dass alle Moers auf der Landkarte gefunden haben und in der Comedy Arena ein berauschendes Gute-Laune-Feuerwerk abbrennen ließen.
Als ein genialer Schachzug erwies es sich, dass Festivalchef Holger Ehrich das Oropax-Duo für die Moderation engagiert hatte. Die Brüder, die sich mit ihrem Spontan- und Sprachwitz wieder einmal bis ins Sinnfreie blödelten, hatten zwar einige ältere Sketche mitgebracht. (Sie wissen schon: Von fettarmer Milch kriegt man einen Fettarm). Als Conférenciers waren sie aber nicht zu toppen. Sie hielten am Samstag den Humor-Pegel bis zum mitternächtlichen Schluss hoch.
Gastronomie
Mit einem neuen Konzept für den Bereich der Gastronomie hat der Veranstalter des Comedy Arts Festivals, das Jugendkulturzentrum Die Volksschule, das Publikum am Wochenende überrascht. Neben der Arena war ein Schlemmerdorf aufgebaut, das unterschiedliche kulinarische Genüsse im Angebot hatte. Einen Würstchenstand gab es dieses Mal auf beiden Seiten.
Der zweite Festival-Tag wartete mit allem auf, was die Szene zu bieten hat. Akrobatik in gleich vierfacher Ausführung: Aus Belgien kam das "Le Bo Trio", drei Herren im Steinzeit-Look mit atemberaubenden Turnübungen auf einem Trampolin; Gymnastikwunder Svetlana Flamingo, eine Sauna-Liebe mit Chronk, und "Bongo Bolero", eine Tanznummer aus England, gepaart mit viel Slapstick und drei Opfern aus dem Publikum als Akrobaten. Fürs Visuell-Poetische waren Jesko & Guennadi zuständig. Die Clowns beschlossen den Abend mit subtilem, ja schon fast leisem Humor.
Absoluter Höhepunkt war ein Act, der mit Comedy nichts am Hut hat: Für "Mozuluart", drei afrikanische Sänger und das Ambassade Streichquartett, gab es stehende Ovationen. Mit ihren warmen Stimmen verschmolzen sie klassische Kompositionen mit Zulu-Gesängen, schnalzten sich mit Klick-Lauten durch die Zauberflöte und begeisterten mit ihrem ausgelassenen Tanz. In der Pause hieß es Schlangestehen vor dem CD-Stand.
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