Kamp-Lintfort: Die kleinen und großen Helden der Musikschule
VON PETRA RIEDERER-SITTE - zuletzt aktualisiert: 26.01.2010Kamp-Lintfort (RPO). Unter dem Titel "Klassik pur" präsentierte die Musikschule Kamp-Lintfort ein Kammerkonzert im Rokokosaal, in dem sich über 20 junge Musiker der Musikschule vorstellten.
"Wir sind die lokalen Helden im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhrgebiet 2010", erklärte Musikschulleiter Martin Begall den Besuchern im vollbesetzten Saal. "Eine Woche lang hat es ein Schlaglicht auf unsere Stadt gegeben. Wir beschließen jetzt offiziell die Local Heroes, denn ab Sonntag ist Xanten der Nachfolger."
Anregen zum Kulturmachen
Das "Lokale-Helden"-Programm sollte, so Begall, alle zum Kultur-machen anregen, auch diejenigen, die sonst mit Kultur wenig zu tun haben, sollten damit anfangen: "Musiker, die noch relativ jung sind, aber auch Erwachsene." Schließlich sei die Musikschule nicht nur für kleine, sondern auch für erwachsene Musiker da: Der älteste Schüler der Musikschule Kamp-Lintfort ist 70, der jüngste gerade ein Jahr alt.
Das Programm des heldenreichen Kammerkonzerts war weit gespannt und reichte vom Barock bis zur Moderne. Auch in der Besetzung war für jeden Geschmack etwas dabei: Blockflöte, Klavier, Gesang, Violine, und natürlich durfte auch Gitarre nicht fehlen, zählt Kamp-Lintfort in der Musikszene doch längst als Gitarren-Hochburg. Für einige der jungen Interpreten war das Konzertprogramm eine Einstimmung, für manche auch bereits ein Nachspiel ihres "Jugend musiziert"-Programms, das sie im Rahmen des Regionalwettbewerbs zur Wertung eingeübt haben.
Im Rokokosaal war die Atmosphäre viel lockerer, hier ging es nicht um Punkte und Weiterleitungen, sondern um den Spaß und die Freude an der Musik. Die Zuhörer erlebten einen rundum harmonischen Abend mit vielen Glanzpunkten – angefangen beim Auftakt mit Reka Krusenbaum, die das Adagio aus Loeillets de Gants Sonate a-Moll op.
1/1 sehr musikalisch und mit schönem Ausdruck spielte bis zum bravourösen zweiten Teil mit Querflötenensemble und virtuosem Klaviersolo. Das Gitarrenduo Gerrit Fluer und Justus Queren, die beiden jüngsten Teilnehmer des Abends, luden in ihrem Spiel zu zweit zum "Geheimnisvollen Traum" ein, die beiden Sänger des Abends, David Mann und Monika Kollek, erfreuten das Publikum mit Mozart, Schubert und Brahms und die Querflöten eroberten gleich im halben Dutzend die Bühne. Lauter lokale Helden, die mit ihrer Musik Kamp-Lintfort und der Musikschule alle Ehre machten.
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