Moers: Die Lese-Pioniere
VON ANANDA MILZ - zuletzt aktualisiert: 24.11.2006Moers (RPO). Seit 2002 arbeiten Schulen und Zentralbibliothek in Moers verstärkt zusammen. Das Anliegen: Durch gemeinsame Aktionen soll der Besuch in der Bücherei für Schüler keine Eintagsfliege bleiben.
Für die Fünftklässler des Gymnasiums in den Filder Benden stehen künftig gleich zwei Besuche in der Zentralbibliothek der Stadt auf dem Programm. „Einen gibt es zum Schuljahresbeginn, dann nochmal einen kurz vor den Sommerferien“, berichtet Lehrerin Andrea Wagner. Doch beim zweiten Besuch werden die frisch gebackenen Gymnasiasten dann auch gleich noch mit einem „Leserucksack“ versorgt. „Die Bücher darin dürfen sie über die Sommerferien behalten“, erläutert Gabriele Esser, Leiterin der Zentralbibliothek.
Den Schülern das Lesen schmackhaft machen, ist ein Anliegen, das hinter dieser Kooperation steckt. Seit 2002 hat sich das Gymnasium in den Filder Benden mit der Dorsterfeldschule, der Anne-Frank-Gesamtschule, der Geschwister-Scholl-Gesamtschule sowie der Eichendorff-Schule zusammengeschlossen, sitzen seither mit der Zentralbibliothek an einem Tisch und arbeiten am landesweiten Projekt „Medienpartner Bibliothek und Schulen.“
Die Vereinbarung
Schriftlich verpflichten sich die fünf Moerser Schulen gemeinsam mit den öffentlichen Bibliotheken zu einer Bildungspartnerschaft, die sich auf Vermittlung von Wissen gründet. Zu den Kooperationsformen zwischen Schulen und Bibliotheken zählen Klassen- und Gruppenführungen. Einsatz von Medienboxen, Angebote von Autorenlesungen, Lesewettbewerbe oder der „Leserucksack“.
Ein Vorteil dabei: Alle Schularten sind vertreten. „Wir können in den Grundschulen Grundsteine legen, die dann von den weiterführenden Schulen aufgegriffen werden“, führt Ulla Ehrmann von der Dorsterfeld-Schule aus. An der Grundschule in Kapellen ist von der ersten Klasse an die Bibliothek ein fester Bestandteil des Unterrichts, per „Medienkiste“ kommen verschiedene Medien aus der Bücherei ins Klassenzimmer.
Durch feste Kooperationsverträge wollen die Partner ihre Angebote jetzt noch ausweiten, gestern wurde unterzeichnet. „Der Vorteil daran ist, das jetzt nicht mehr die einzelnen Lehrer mit uns kooperieren, sondern die ganze Schule Partner wird“, so Esser.
Damit beschreiten die fünf Schulen sowie die Bibliothek neue Wege, die Partner selbst beschreiben sich als „Pioniere, die allerdings auf weitere Nachahmer zählen.“ Schließlich sei Lesen die Kulturtechnik schlechthin und beim nächsten Pisa-Test hoffen die Schulen auf bessere Ergebnisse. „Der Griff zum Buch muss bei den Kindern einfach zu einer Selbstverständlichkeit werden“, betont Ehrmann.
Neben dem Spaß am Lesen und am Buch, soll durch die neue Kooperation auch Methodik trainiert werden: Lexika benutzen, für Referate Literatur recherchieren oder in eigens eingerichteten „Schülercentern“ (bereits vorhanden in der Bibliothek Kapellen und Repelen) Lernhilfen selbstständig benutzen sind dabei weitere Ziele.
Was mit der Medienbox in der ersten Klasse seinen Anfang nimmt, soll im Idealfall mit der Vorbereitung auf die Facharbeit in der Oberstufe abgeschlossen werden, zeichnet Bibliotheksleiterin Gabriele Esser. „Der Besuch bei uns soll für Schüler keine Eintagsfliege bleiben.“
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