Kamp-Lintfort: Die Riesen vor dem Fall
VON DIRK MÖWIUS - zuletzt aktualisiert: 20.12.2006Kamp-Lintfort (RPO). Gute Nachrichten gab Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt gestern in der Kamp-Lintforter Ratssitzung bekannt. Zusätzliche vier Millionen Euro aus dem Programm Stadtumbau West stehen der Stadt zur Verfügung.
Eine topaktuelle Nachricht stellte Kamp-Lintforts Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt gestern an den Beginn seiner Haushaltsrede: Per Fax war im Rathaus ein Bescheid der Bezirksregierung eingegangen. Und demnach stehen nicht nur die erwarteteten 1,6 Millionen Euro für das Projekt „Weiße Riesen“ zur Verfügung. Weitere vier Millionen Euro aus dem Programm „Stadtumbau West“ können in den nächsten Jahren abgerufen werden, um Kamp-Lintfort attraktiver zu machen.
Haushalt ist nicht ausgeglichen
Kleiner Haken: Da alle Maßnahmen mit 80 Prozent gefördert werden, muss Kamp-Lintfort den Rest als Eigenmittel auftreiben. Und noch sieht der Haushalt nicht so aus, als ob neue Schulden angesagt sind. Denn trotz steigender Einkommen- und Umsatzsteueranteile ist der Haushalt für 2007 nicht ausgeglichen. Rund 2,7 Millionen Euro fehlen. Immerhin: Ohne die Mehraufwendungen bei der Kreisumlage – die vielleicht doch noch geringer ausfallen, wenn die Kreispolitik entsprechend beschließt – und Einnahmeausfällen bei den Schlüsselzuweisungen (Wegfall des Anteils der Grunderwerbsteuer) wäre der Entwurf ausgeglichen – früher, als bei der Haushaltssicherung veranschlagt. So bleiben Landscheidt und Kämmerer Paulini zuversichtlich, die Vorgaben – struktureller Ausgleich bis 2009 und Abbau der Altschulden bis 2013 – optimistisch. Und es bleibt genug Luft, um gut neun Millionen Euro in die Schulen zu investieren.
Zuversicht gibt es im Rathaus auch in der Frage der Weißen Riesen. Der städtebauliche Vertrag mit den Investoren könnte zum Jahresbeginn geschlossen werden, so dass der Abriss der beiden leer stehenden Gebäude vorbereitet werden könnte. Landscheidt bleibt aber realistisch: „Ich freue mich sehr über die Mittelzusagen aus Düsseldorf. Jedoch glaube ich erst an ein Fortkommen, wenn die Tinte unter den Verträgen trocken ist und die ersten Abrissmaßnahmen beginnen.“
Weniger Schulden
Die Verschuldung Kamp-Lintforts sinkt auf 34,6 Millionen Euro. In vier Jahren wurden damit fast drei Millionen Schulden abgebaut. 1999 lag der Schuldenstand bei 45 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt mit 872 Euro deutlich unter dem Landesdurchschnitt.
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