Kamp-Lintfort: Die SPD-Hochburg
VON ANJA KATZKE - zuletzt aktualisiert: 31.08.2009Kamp-Lintfort (RPO). Ein überwältigendes Ergebnis für die SPD: Dr. Christoph Landscheidt bleibt Kamp-Lintforts Bürgermeister. Die SPD erringt die absolute Mehrheit. Die Linke schafft den Sprung in den Rat. Die großen Verlierer: FBG und CDU.
Im Rathaus herrscht entspannte Stimmung. Kaum sind die ersten Wahlkreise ausgezählt, ist klar, dass die Sozialdemokraten die klaren Gewinner dieser Kommunalwahl sind. "Das ist ein Vertrauensbeweis", freut sich denn auch Dr. Christoph Landscheidt, nachdem das amtliche Wahlergebnis feststeht.
Dass er weiterhin als Chef das Rathaus führen würde, war absehbar. Dass er mit einem derart deutlichen Vorsprung vor seinem Gegenkandidaten Siegfried Schrempf die Wahl zum Bürgermeister gewinnen würde, nicht: Landscheidt erhielt 73,87 Prozent der abgegebenen Stimmen, 14,2 Prozentpunkte mehr als bei der Kommunalwahl 2004.
Deutlich abgeschlagen: Siegfried Schrempf. Er schnitt mit 26,13 Prozent um 4,9 Prozentpunkte schlechter ab, als 2004 die ortsfremde CDU-Kandidatin Marion Prondzinsky. Die Enttäuschung über diese Schlappe ist groß: "Ich hätte mir ein anderes Ergebnis gewünscht", sagt Siegfried Schrempf. "Vor allem hätte ich gerne mehr Stimmen geholt als meine Vorgängerin."
Der Vizepräsident der Handwerkskammer Düsseldorf zieht über den Listenplatz eins seiner Partei dennoch in den Stadtrat ein. "So werde ich helfen, die CDU nach vorne zu bringen und zu profilieren", betont Schrempf.
Geschockte CDU
Die Christdemokraten sind geschockt: "Mit solchen Verlusten haben wir nicht gerechnet. Das war ein Sympathiewahlkampf", erklärt ein sichtlich enttäuschter Simon Lisken, der die CDU kommissarisch als Vorsitzender leitet. "Wir haben das Wahlergebnis in dieser Form nicht erwartet", sagt auch Fraktionschef Matthias Gütges.
Im Gegenteil: Seine Fraktion hatte bereits begonnen, Bündnisse mit anderen Fraktionen zu schmieden. Enttäuschung auch bei der Freien Bürger Gemeinschaft: "Die Wahl ist für uns total in die Hose gegangen", kommentiert Thomas Reif, designierter Fraktionssprecher, die hohen Verluste. "Es hat sich im Laufe der Zeit angebahnt – zum einen durch die lange Krankheit von Heinz Walter Prott, zum anderen durch den Weggang von zwei Ratsmitgliedern zur FDP und zu den Grünen", analysiert Reif die Situation.
Zufriedenheit bei den Grünen, die jetzt drittstärkste Partei im Rat der Stadt Kamp-Lintfort ist. Freude bei den Linken: Sie werden künftig ebenso wie FBG und FDP mit zwei Mandaten im Stadtrat vertreten sein.
"Dass wir so deutlich zugelegt haben, ist sensationell", jubelt SPD-Vorsitzender Wolfgang Roth. "Wir haben eine klare Mehrheit bekommen." Landscheidt freut sich, lobt aber: "Die Verwaltung hat mit ihrer Arbeit maßgeblich zu diesem Erfolg beigetragen. Das Ergebnis ist aber auch mit einer großen Erwartung verbunden. Ich stelle mich dieser Aufgabe gerne." Jetzt gehe es darum, Baurecht für die Weißen Riesen zu schaffen und den Bebauungsplan für die Hochschule auf den Weg zu bringen. "Der Montag ist ein normaler Arbeitstag."
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