Kamp-Lintfort: Dienstreise in Sachen Fachhochschule
zuletzt aktualisiert: 13.03.2009Kamp-Lintfort (RPO). Zu einer gemeinsamen Dienstreise machten sich heute die Bürgermeister Norbert Ballhaus, Christoph Landscheidt und Bernd Böing nach Düsseldorf auf den Weg. Anlass war die Sitzung des "Ausschusses für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie", der zur Anhörung von Experten in Fragen des geplanten Ausbaus der Fachhochschulen eingeladen hatte.
Nachdem der Gesetzentwurf am 30. Januar in erster Lesung ins Parlament eingebracht wurde, stellten SPD und Bündnis 90/Die Grünen den Antrag auf die gestrige Anhörung von Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Dr. Christoph Landscheidt Kamp-Lintforts Bürgermeister und Verwaltungsratsvorsitzender der wir4-Wirtschaftsförderung hob die "in dieser Form langjährige interkommunale Zusammenarbeit hervor, deren Ergebnis auch die gemeinsame Bewerbung sei. Diese sei durch die Aussage der Landesregierung motiviert gewesen, bis zu 5000 Studienplätze in vom Kohlerückzug betroffenen Städten schaffen zu wollen.
Entsprechend hoch seien die Erwartungen in der Region nicht nur auf politischer Ebene, sondern auch auf Seiten ansässiger Unternehmen, die von Anfang an qualitativ in den Bewerbungsprozess eingebunden waren. Ein Standort mit 500 Studierenden mache keinen Sinn. Landscheidt betonte, dass die Entscheidung, eine neue Fachhochschule am nördlichen Niederrhein an den Standorten Kleve und Kamp-Lintfort zu etablieren, nur von Erfolg gekrönt sei, wenn sie jeweils für sich organisch funktionieren können und weitgehend selbstständig sind. Diese Einschätzung fand von Seiten der Hochschulvertreter breite Zustimmung. Auf die Frage aus dem Fachausschuss, wie groß eine FH sein müsse, um betriebswirtschaftlich lebensfähig zu sein, sprach Heinz-Joachim Henkemeier, Rektor der Fachhochschule Südwestfalen und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Kanzler der Fachhochschulen in NRW, von einer Größenordnung um 1500 bis 2000 Studierende. Dem schloss sich der Landesvertreter der Studierenden Patrick Schnepper ebenso an wie Professor Hermann Ostendorf, Rektor der Hochschule Niederrhein. Er unterstrich, dass die komplexen Gewerke einer Fachhochschule von der Bibliothek über die technische Infrastruktur bis hin zum Qualitäts-, Forschungs- und Transfermanagement einen Aufwand erforderten, der an einem Hochschulstandort mit nur wenigen Studienplätzen keinen Sinn mache. Im Ergebnis sahen sich die Bürgermeister in ihrer Forderung bestätigt, dass die Region von der neuen Hochschule nur dann profitiere, wenn diese eine angemessene, das heißt mindestens gleiche Größe wie Kleve, erhalte.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




