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Kamp-Lintfort: Drei Eichen für die Riesen

VON ANJA KATZKE - zuletzt aktualisiert: 29.10.2008

Kamp-Lintfort (RPO). Der Architektenwettbewerb zur Neugestaltung des Areals der drei Weißen Riesen ist entschieden: Die Jury votierte für den Entwurf von Bob-Architektur. Die Werbegemeinschaft erneuerte ihre Kritik an der Größe des Baukörpers.

Robert Wetzels von Bob-Architektur Köln erklärt Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt seinen Entwurf. Er sieht unter anderem vor, drei Eichen im Einkaufszentrum zu pflanzen, die an die Weißen Riesen erinnern sollen. Foto: RPO

Drei Eichen sollen an die Weißen Riesen erinnern, wenn sie denn einst gefallen sind. „Einkaufszentrum unter den drei Eichen“ hat Architekt Robert Wetzels vom Büro Bob-Architektur seinen preisgekrönten Entwurf genannt, der seit gestern im Foyer des Rathauses ausgestellt ist. In einer Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses stellte er am Nachmittag der Politik seine Ideen für den Bereich der drei Türme vor.

Deutliche Kritik nicht an dem Entwurf des Kölner Architekten, sondern an der vom Investor vorgegebenen Größenordnung des Einkaufszentrums übte die Werbegemeinschaft. Andreas Wiesner forderte Politik und Verwaltung auf, neu nachzudenken: „Solche Planungen müssen in die Stadt hinein passen. Dieser Baukörper ist mit 8500 Quadratmetern aber viel zu groß“, betonte der Geschäftsführer der Werbegemeinschaft, der daran erinnerte, dass selbst in einem Kolloquium zum Architektenwettbewerb darüber nachgedacht worden sei, den Wettbewerb abzubrechen.

Info

Entwürfe im Foyer

Sechs ausgewählte Architekturbüros haben Entwürfe für das Gelände der Weißen Riesen entwickelt. Alle Wettbewerbsergebnisse sind bis zum 21. November im Foyer des Rathauses Kamp-Lintfort während der Öffnungszeiten ausgestellt: montags bis freitags, 8 bis 16 Uhr, donnerstags, 8 bis 18 Uhr und freitags, 8 bis 12 Uhr. Der Wettbewerb fand im Rahmen des Stadtumbau-Projekts statt.

Zügige Entscheidung

Dabei hatte sich Architekt Robert Wetzels, der auch für den Entwurf des Fachmarktzentrums mit C & A an der Oberen Moerser Straße verantwortlich zeichnet, in seinen Plänen nicht an die vom Investor vorgegebene Größenordnung gehalten und Einschnitte gewagt.

„Der 1. Preis hat uns eine Verkaufsfläche von 1000 Quadratmetern gekostet“, betonte Theo Bruns von der Ten Brinke Projektentwicklung. „Sie haben jetzt die einmalige Chance, in Kamp-Lintfort etwas Wichtiges umzusetzen. Was wir am Ende realisieren können, ist eine andere Sache“, so Bruns.

Das geplante Objekt sei abhängig von den Ankermietern, einem Elektromarkt und einem Verbrauchermarkt, deren Ansprüche an Ladenlokale immer größer würden. „Solche Märkte benötigen eine erhebliche Verkehrsfläche.“ Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt forderte die Kritiker zu einer realistischen Betrachtung auf: „Nur der großflächige Einzelhandel bringt die von uns gewünschte Frequenz.“

Die Sortimentsvielfalt und damit eine entsprechende Größe der Verkaufsfläche sei nicht nur für die wirtschaftliche Tragfähigkeit aus Sicht des Investors, sondern auch für die Innenstadtbelebung und Kaufkraftbindung zwingend notwendig. Bei einer erheblichen Reduzierung der Flächen stehe zu befürchten, dass der Investor sich zurückziehe, erklärte Landscheidt.

Eine weitere Tatsache sei darüber hinaus, dass der Eigentümer der vorgelagerten Flachbauten nicht bereit sei, sich derzeit an der Investition zu beteiligen und deswegen ein wichtiger Raum für die Gestaltung und Anbindung des neuen Einkaufszentrums fehle. Die Politik wird den Entwurf nun beraten. Theo Bruns drängte auf eine zügige Entscheidung bis Ende Dezember.

Quelle: RP

 
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