Moers: Drei Prominente lesen Schulkindern vor
VON ANJA KATZKE - zuletzt aktualisiert: 14.11.2006Moers (RPO). Wann er jemandem zuletzt etwas vorgelesen hat, weiß Siegmund Ehrmann noch genau: „Ich habe am Wochenende meiner Frau aus der Zeitung vorgelesen“, betont der SPD-Bundestagsabgeordnete und fügt hinzu: „Eine Analyse zur sozialen Marktwirtschaft.“ Die Moerser Eichendorffschüler würden sicherlich die Nase rümpfen: Doch beim bundesweiten Vorlesetag, der erstmals in Moers stattfindet, dürfen die Jungen und Mädchen der dritten Klasse auf anderes Lesefutter hoffen, vorgelesen von Siegmund Ehrmann. Der Bundestagsabgeordnete wird mit zwei weiteren prominenten Moersern und sechs geübten Vorlesepaten am kommenden Freitag, 17. November, in der Schulbücherei der Eichendorffschule vorlesen. Ehrmann hat sich für Susanne Carbons „Ein verrückter Sommer“ entschieden.
Ballhaus liest „Dr. Brumm“
Ehrmann selbst war es, der die Idee, einen Vorlesetag zu veranstalten, aus Berlin nach Moers mitgebracht hatte: „Ich hatte einen Hinweis der Stiftung Lesen bekommen“, erinnerte er sich. Bei Gabriele Esser, Leiterin der Zentralbibliothek, stieß er auf offene Ohren. Ein weiterer Partner war schnell gefunden: „Wir arbeiten seit 2004 mit der Eichendorffschule zusammen. Damals lief noch das Medienprojekt Bibliothek und Schule.“ Für Gabriele Esser und Schulleiterin Ute Kampow ist die Leseförderung ein Muss: „Selbstverständlich sind für das Vorlesen in erster Linie die Eltern gefordert. Aus meiner Sicht ist es heute jedoch mehr denn je eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, unseren Kindern Freude am Lesen zu vermitteln“, betont die Leiterin der Moerser Zentralbibliothek. Neben Ehrmann wollen IHK-Präsident Ulrich Kleier und der Moerser Bürgermeister Norbert Ballhaus den Schülern der Eichendorffschule vorlesen. Dr. Ulrich Kleier wird ab zehn Uhr den Erstklässlern aus den Kinderbüchern von Ulrike Kuckero und Anna Fienberg vorlesen.
Norbert Ballhaus liest ab 14 Uhr Vorschülern aus Daniel Napps Bilderbuch „Dr. Brumm steckt fest“ vor. Kein Problem für den Familienvater. „Es wird aber nicht nur stur vorgelesen“, betont Gabriele Esser. Alle Vorleser – ob prominent oder nicht – wollen mit den Schülern ins Gespräch kommen. Die Anschaffung der Bücher hat die Moerser Gesellschaft zur Förderung des literarischen Lebens finanziert. Sie werden der Schulbücherei zur Verfügung gestellt. Kulturbeutel
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