Moers: Ehrmann sorgt für Jazz auf Schacht IV
VON JUTTA LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 07.09.2010Moers (RPO). "KulTour mit Siggi Ehrmann", so heißt eine seit zwei Jahren von dem SPD Bundestagsabgeordneten Sigmund Ehrmann veranstaltete Konzertreihe für junge Musik und junge Musiker in seinem Wahlkreis Moers, Neukirchen-Vlyun und dem Norden Krefelds. "Angefangen habe ich damit während meines letzten Wahlkampfes hier", erklärte der kulturpolitische Sprecher seiner Fraktion in Berlin am Sonntag anlässlich einer Matinee mit der vierköpfigen Gruppe "Tonspur Kopfkino Jazz" in der Fördermaschinenhalle der einstigen Moerser Schachtanlage IV. "Gerade junge Musiker haben nur wenige Auftrittsmöglichkeiten. Da wollte ich was tun."
Das Konzert war das zehnte in zwei Jahren und gleichzeitig das zweite, das in dem besonderen Ambiente des vom Grafschafter Museums- und Geschichtsverein vor zehn Jahren restaurierten Industriedenkmals stattfand. Während Sigmund Ehrmann seine Konzerte in Krefeld üblicherweise über den dortigen Jazz Club, und die in Neukirchen-Vluyn mit der örtlichen "Bürgerstiftung" abwickelt, hatte diesmal der Musiker und Organisator des Duisburger "Traumzeit Festivals" Tim Isfort den Kontakt zu der Gruppe "Tonspur Kopfkino Jazz" hergestellt. Eine gelungene Wahl, denn den vier jungen Musikern gelang es, die knapp 40 Matinee-Besucher am Sonntag von der ersten Minute an mit ihrer Musik zu fesseln. Die manchmal stark rhythmischen und dann wieder langsamen, melancholischen Kompositionen von Bandmitglied André Meisner gaben den Stücken zwar den musikalischen Rahmen vor, enthielten aber auch viele Möglichkeiten für gemeinsame und individuelle Improvisationseinlagen der einzelnen Musiker. Eine Chance, die dennoch von keinem der vier wirklich exzessiv genutzt wurde. Im Gegenteil. Vielmehr gingen die Instrumente immer wieder – wie in einem guten Gespräch – sensibel auf einander ein und ergänzten sich so zu einem variantenreichen Klangteppich, der selbst für weniger geübte Jazzhörer ein echtes Hörerlebnis war. Die ursprünglich aus der Duisburger Musikszene stammenden vier Musiker von "Tonspur Kopfkino Jazz" sind der Saxophonist und Komponist André Meisner, der Pianist Matthias Dymke, Daniel Brandl am Cello und Drummer Guiseppe Mautone.
André Meisner und Matthias Dymke haben ursprünglich Musikpädagogik studiert, während Daniel Brandl und Guiseppe Mautone ein Studium für Jazz und Pop an der Musikhochschule in Arnheim absolviert haben. Alle vier sind inzwischen "in der Lage, von der Musik zu leben". Ein Anliegen, was Siegmund Ehrmann, der die Konzerte übrigens aus eigener Tasche bezahlt, mit seiner Konzertreihe auch bei anderen jungen Musikern unterstützen möchte.
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