Neukirchen-Vluyn: Ei, ei, ei: Schön in Schale
VON SABINE HANNEMANN - zuletzt aktualisiert: 26.03.2007Neukirchen-Vluyn (RPO). Kunst ist vielfältig und lässt sich auf kleinsten Flächen darstellen. Das Ei eines Zebrafinken reicht beispielsweise schon aus. Zu sehen gab es diese Formate in der Kulturhalle. Hannelore Luick aus Moers setzt auf lokale Architektur. Das Moerser Schloss oder den Vluyner Schulplatz auf der Kalkschale zu sehen, gehört mit zu den vielen Schönheiten dieser Ausstellung. Seit zwölf Jahren ist die Krefelder Hobbymalerin Ingrid Huchtemann in der Kulturhalle dabei, kennt die Szene und die Stammkundschaft rund ums Ei. „Das bemalte Ei ist zum Sammelobjekt geworden“, erzählt sie. Im Angebot hat sie auf Enteneiern und Gänseeiern Motive wie Hasen, Singvögel oder Blüten gemalt. Großzügige Flächen bieten hingegen so genannte Doppeldottereier. „Schön ist, dass dieser Markt seinen hohen Anspruch über die Jahre gehalten hat und sich zu unterscheiden weiß.“
Das genaue Hinsehen lohnt sich bei den knapp dreißig Ausstellern. Die Häschenschule darf nicht fehlen wie auch Hummelmotive als ovale Kunstwerke. Ulrike Furthmann aus Bislich hat sie im Angebot. Sie wie auch die anderen Aussteller lassen sich beim Bemalen oder den Kratz-, Wachs-Batik-Techniken gerne über die Schultern schauen. Doris Heymann beispielsweise arbeitet mit hauchdünnen Scherenschnitten. „Viele meinen, die Figuren sind aufgetuscht“, erzählt sie. Dorothea Scholze hat samt sorbischer Ostereier den Weg aus Bautzen auf sich genommen.
Vertreten war in diesem Jahr wieder Roma Fromme-Monsees, die die Weltkarte auf ein Straußenei, das so genannte Kolumbus-Ei, gebannt hat. „Das Ei bleibt Symbol. Gefragt werden verstärkt christliche Motive rund um das Osterfest“, erzählt die Marburgerin. Ihr Markenzeichen ist die Kalligraphie, die Schriftkunst. „Je verrückter die Form desto phantasievoller die Gestaltung“, meint sie.
Auf einem Wellensittichei hat Christine Voge aus Neukirchen-Vluyn niederrheinische Kopfweiden verewigt, eine ruhige Hand scheint allen Künstlern eigen zu sein.
Weite Wege in Kauf genommen
Wieder mit dabei war Jürgen Brinkmann, der aus unscheinbaren Holzstücken exotische Edelholzeier drechselte. Veranstalter ist der Museumsverein und die Stadtbücherei. Erwartet wurden rund 1500 Gäste, die, wie eine Befragung vom Museumsbeirat ergab, seit vielen Jahren weite Wege auf sich nehmen. Ausgestellt wurde im Foyer, auf der Empore und der Galerie. „In diesem Jahr haben wir im Saal eine Cafeteria eingerichtet“, erzählt Büchereileiterin Britta Schmedemann.
Österliche Bastelmaterialien hat man vergeblich gesucht, auch im zwölften Jahr bleibt die Kulturhalle Meisterstücken der Eierkunst vorhalten.
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