Rheurdt: Eiffelturm in Schaephuysen
VON CHRISTIAN SCHROEDER - zuletzt aktualisiert: 07.10.2006Rheurdt (RPO). Eintauchen in Kindheitserinnerungen: Die Heimatstube Schaephuysen stellt bis Anfang 2007 historisches Märklin-Spielzeug aus. Es sind längst nicht nur Lokomotiven zu sehen.
Es ist ein Zauberwort: Märklin. Viele Kinder, aber genauso viele Erwachsene, vorrangig Männer, bekommen schon bei dem Begriff feuchte Augen. Diese Faszination will die Heimatstube Schaephuysen nutzen. In einer Sonderausstellung zeigen Friedel Gruska und Hans Wilhelm Pingel historische Märklin-Spielzeuge und zeichnen die Historie des 140 Jahre alten Kult-Unternehmens nach.
Loks, Waggons und Gleise, das ist nur die eine Seite von Märklin. Vorrangig ältere „Spielkinder“ wissen, dass es auch Metallbaukästen gibt. Hans Wilhelm Pingen ist heute 60 und seit über 50 Jahren besessen von Märklin. Für die Sonderausstellung hat er gleich mehrere Metallbauten daheim demontiert und im kleinen Museum unter der Rheurdter Grundschule aufgebaut. Zum Beispiel den Eiffelturm. 187 Zentimeter hoch ist er. „Aus den einzelnen Teilen könnte ich auch andere Konstruktionen bauen“, erläutert Pingen das Prinzip der Baukästen. Etwas weiter hinten ist eine riesige Eisenbahnbrücke entstanden. Und daneben setzt eine Propellermaschine zum Start an. „1376 Einzelteile hab ich in dem Flugzeug verbaut“, erklärt der Rheurdter Tüftler. Gerne hätte er seine gesamte H0-Eisenbahnanlage in der Heimatstube aufgebaut, aber der Platz reicht nur für ausgesuchte Lokomotiven und Waggons. Schließlich zeigt die Sonderausstellung auch noch Puppenhäuser.
Wichtige Stationen
1859 begann Theodor Friedrich Wilhelm Märklin in Göppingen mit der Fabrikation von Puppenküchen.
1891 präsentiert Märklin als erstes Unternehmen eine Uhrwerkbahn.
1914 wird der Metallbaukasten eingeführt.
1935 folgt die Einführung der 16,5 mm Spurweite H0.
1997 übernimmt Märklin die Firma Trix Modelleisenbahn GmbH & Co. KG.
Gruska und Pingen leiten die Heimatstube seit Anfang des Jahres. Sie traten die Nachfolge von Erwin Gehrmann an, der das Mini-Heimatmuseum seit der Eröffnung 1993 geleitet hatte und nun altersbedingt ausschied. „Wir wollen Abwechslung in die Heimatstube bringen und privaten Sammlern die Möglichkeit geben, ihre Schätze hier auszustellen“, erklärt Friedel Gruska. Den Anfang machte die Ausstellung „Das Geld unserer Väter“, die Märklin-Show wird bis Anfang 2007 für Gruppen nach Absprache (Friedel Gruska, % 02845/69381) und an den ersten beiden Adventssonntagen von 14 bis 17 Uhr zu besichtigen sein.
Stichwort 2007: Soeben ist der neue Heimatkalender fertig geworden. Friedel Gruska hat historische Motive aus Schaephuysen abfotografiert und im Kalender mit aktuellen Fotos derselben Ortsstellen kombiniert. An diesem Wochenende stellt er das Werk während der Erntedankfeier in der Gaststätte Winters vor. Der Kalender kann für sieben Euro bei Friedel Gruska bezogen werden.
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