Kamp-Lintfort: Ein Bürgermeister zum Anfassen
VON JUTTA LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 04.09.2010Kamp-Lintfort (RPO). 200 Angehörige, Freunde und Wegbegleiter erwiesen gestern dem einstigen Bürgermeister Karl Flügel ihre letzte Ehre und verabschiedeten sich von dem Verstorbenen in der Stadthalle. Amtskollegen wie Willi Brunswick und Christoph Landscheidt fanden bewegende Worte.
"Karl Flügel war im besten Sinne des Wortes ein Bürgermeister zum Anfassen, einer den man auf dem Markt ansprach, und einer, der für jeden ein gutes Wort und für jeden Zeit hatte." Rund 200 Verwandte, Freunde und Weggefährten waren am Freitag in die Kamp-Lintforter Stadthalle gekommen, um in einer öffentlichen Gedenkfeier dem am Dienstag letzter Woche beigesetzten, einstigen Bürgermeister Karl Flügel noch einmal ihre Ehre zu erweisen und sich von ihm zu verabschieden. Mehr als 20 Jahre hatte Karl Flügel zunächst als Mitglied des Stadtrates, später als stellvertretender und 21 Jahre als erster Bürgermeister die Belange seiner Stadt mit bestimmt und war in dieser Zeit stets sehr volksnah, aber auch ein streitbarer politischer Gegner und Initiator vieler zukunftsweisender, städtischer Entwicklungsprojekte gewesen, was ihm nicht nur das Bundesverdienstkreuz und die höchste Ehrenmedaille der Sparkassenorganisation sondern nach seinem Ausscheiden aus der städtischen Politik auch den Titel des Ehrenbürgermeisters der Stadt eingebracht hat.
Diese und viele andere Lebensstationen seines einstigen Kollegen ließ Dr. Christoph Landscheidt gestern in Anwesenheit von Karl Flügels Witwe Karin und einigen weiteren näheren Verwandten in einer gut 30-minütigen Gedenkrede noch einmal Revue passieren, wobei er vor allem die Aufrichtigkeit, Direktheit, Tatkraft und Solidarität des Verstorbenen hervorhob, aber auch seine politische Streitbarkeit nicht unerwähnt ließ.
"Ja, der Karl war schon eine Flocke. Hat die Welt immer auf seine Weise erklärt, aber jeder hat ihn verstanden", erinnerte sich Wilhelm Brunswick, der wie auch Peter Wermke ebenfalls zu der Feier gekommen war. "Karl Flügel hinterlässt eine große Lücke. Lassen Sie uns heute einfach nur 'danke' sagen für die Zeit, die er mit uns gemeinsam seinen Weg gegangen ist", schloss Dr. Christoph Landscheidt seine Rede.
Danach gab Flügels Amtsnachfolger den anwesenden Besuchern die Möglichkeit, sich noch einmal mit einer weißen Rose vor dem Bild des Verstorbenen zu verneigen und anschließend einer stimmungsvollen Einlage des Knappenchores zu lauschen. Die übrige musikalische Untermalung während der Feier wurde vom Streicherensemble des Kammermusikvereins NRW beigetragen.
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