Kamp-Lintfort: Ein ganz besonderer Markt
VON JUTTA LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 17.12.2007Kamp-Lintfort (RPO). Jedes Jahr zieht das besondere Flair des Weihnachtsmarktes auf dem Kamper Berg viele Menschen an. Der von der Schützenbruderschaft organisierte Markt verzichtet auf Karussels, laute Musik und jeden Rummel. Das kommt an.
Weihnachts- und Adventsmärkte gibt inzwischen viele, doch keiner findet vor einer so schönen Kulisse statt, wie der Kamper Adventsmarkt auf dem Klostervorplatz. Darüber hinaus hat dieser Adventsmarkt allerdings noch ein paar mehr Besonderheiten, die ihn – wie schon die letzten fünf Male zuvor – auch diesmal wieder am dritten Adventswochenende zu einem beliebten Ausflugsziel für Besucher aus der ganzen Region machte. „Bei uns gibt es keine Karussells und keine laute Musik, keinen Rummel und keinen Profit“, beschrieb Theo Häsel, der erste Brudermeister der „St.-Josef-Schützenbruderschaft Kloster Kamp“, diese Besonderheiten am Samstag bei der offiziellen Eröffnung des insgesamt zweitägigen Marktes.
Drei Empfänger
Der Erlös aus dem Budenverkauf des diesjährigen Kamper Adventsmarktes geht diesmal an drei Adressen, erstens an die Duisburger Frauenschutzorganisation „Solwodi“, zweitens an ein neues, von der örtlichen Awo initiiertes Früherkennungsprojekt für vernachlässigte Kinder, und drittens an das „Geistlich-kulturelle Zentrum“ zur Renovierung des Dachbodens und Kellers.
Da konnte ihm Pfarrer Markus Dördelmann nur zustimmen: „Ja, ihr seid schon ein sehr sympathisches Stück Gemeinde hier“, lobte er seine Schützenbrüder, die den Markt wie immer gemeinsam mit einer Reihe örtlicher Gruppen, Vereine und Einrichtungen organisiert hatten. Auch Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt sparte nicht mit Dank für „diesen wunderbaren Beitrag zur Attraktivität der Stadt“.
Attraktiv war der Markt in der Tat. Neben vielen selbst gebastelten Sachen gab es natürlich auch wieder zahlreiche kulinarische Spezialitäten, wie sie nur dort zu finden sind, darunter zum Beispiel den legendären Kamper Cognac „Elz“ oder die „Heiße Oma“, einen warmen Eierlikör mit Sahnehäubchen, oder die leckeren „Nonnenfürzchen“ der Kamper Kräutergärtnerin Dr. Weller-Bothe.
Insgesamt 26 Verkaufshütten erwarteten die Besucher in diesem Jahr, deren Betreiber ihren in den zwei Tagen erwirtschafteten Erlös allesamt wieder für einen guten Zweck zur Verfügung stellten. Die Summe betrug trotz des abschreckenden Dauerregens im letzten Jahr immerhin 8800 Euro. Diesmal fiel das Wetter jedoch sehr viel freundlicher aus, und so schlenderten am Samstag schon lange vor der offiziellen Eröffnung um 14 Uhr die Besucher in großen Scharen über den Klosterplatz oder standen mit ihren dampfenden Glühwein- und Eierpunschbechern plaudernd an dem langen, mit Spekulatius und Erdnüssen bestückten Stehtisch, den man neben dem schon obligatorischen, kleinen Schaf- und Ponygehege in der Platzmitte aufgestellt hatte. Doch auch wer weder kaufen noch schlemmen wollte, kam an diesem Wochenende in Kamp auf seine Kosten. So konnten die kleinen Besucher Kerzen färben oder sich in einer Kinderhütte Geschichten vorlesen lassen. Darüber hinaus gab es Musik vom Kamp-Lintforter Spielmannszug und eine Aufführung der Weihnachtsgeschichte mit den Kindern der Schützenbruderschaft.
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