Moers: Ein Musikfestival, das Mut machen will
VON TIMO STEPPAT - zuletzt aktualisiert: 14.09.2010Moers (RPO). HOERSTGEN "Es gibt Momente, in denen schaust du in den Spiegel, und fragst dich: Was ist der Sinn in meinem Leben?" Für Flo, den Sänger der Band "Good Weather Forecast" ist die Antwort klar: Es ist der Glaube, es ist Jesus, "der alles überdauert". Einige Male an diesem Abend unterbricht der Sänger und erzählt dann zwischen den Stücken, was ihm Jesus bedeutet oder wie ein Bekannter von ihm zum Glauben fand. Ist er fertig, spielt die Band weiter – ihre Mischung aus Ska und eher klassischem Pop. Immer wieder versuchen sie den Sprung zwischen nachdenklich Religiösem und Feierstimmung.
"Das passt zusammen", sind die Veranstalter überzeugt. Zum 13. Mal fand am Wochenende das Hoerstival in Hoerstgen statt. Organisiert wurde das religiöse Festival von einer Jugendgruppe der Freien Evangelischen Gemeinde. Andreas Böckler ist seit Jahren für die Organisation des Festes zuständig. Zum ersten Mal entschied man sich für eine britische Band, "Verra Cruz". Für die Anreise hatten die jungen Gläubigen bereits die günstigen Flüge zum Flughafen Weeze ins Auge gefasst. "Allerdings wäre der Transport der Instrumente extrem teuer geworden", berichtet Böckler. Die drei Musiker kamen deshalb mit dem Auto aus England nach Hoerstgen.
Die Organisatoren sind stolz darauf, dass sie keinen Eintritt verlangen müssen. "Das ist heute eine Seltenheit", erklärt Böckler. Möglich ist das nur durch viele Sponsoren, bei denen er und seine Mitstreiter über Monate Klinken geputzt haben. Das Hoerstival hat sich längst zu einer festen Größe gemausert. Nach Veranstalter-Angaben ist es eines der größten religiösen Festivals in der Region. Nicht zuletzt wegen des schönen Wetters stimmt auch in diesem Jahr der Zuspruch: Sowohl der Bereich vor der Bühne, als auch die vielen Sitzmöglichkeiten sind gut gefüllt. Auch in diesem Jahr stand das Wochenende unter einem besonderen Motto. Es lautete: "Du bist wertvoll." Wer im Gemeindehaus in die "Chill-Lounge" kam, erfuhr mehr. Dort gab es eine Tasse ohne Henkel, einen demolierten Spielzeug-Bagger und daneben eine alte, etwas zerfetzte Puppe. "Das alles sind Sachen, die man im ersten Moment als wenig wertvoll beurteilen würde", erzählt Lea Meister von der Organisationsgruppe. Sie stammen aus der Gemeinde, und "bedeuten ihren Besitzern sehr viel." Die Tasse gehört Lea selbst – obwohl der Henkel fehlt, würde sie diese nie wegwerfen. "Das war mal ein Geschenk", meint sie. Die Botschaft dahinter: Auch wenn Jugendliche oft denken, sie selbst besäßen viele Makel, mag Gott sie um ihrer selbst willen, so wie sie sind.
An das Thema knüpft der Gottesdienst am nächsten Morgen an. "Anders als du denkst" ist hier der Leitgedanke.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




