Moers: Ein Stück Mallorca zwischen Hochhäusern
VON CHRISTIAN SCHROEDER - zuletzt aktualisiert: 25.01.2007Moers (RPO). Seit September erst ist Annemarie Wies regelmäßig im MaJo-Viertel vor Ort. Doch jetzt bereits hat sie das Vertrauen der Jugendlichen gewonnen. „Kannst du mir mal bei der Bewerbung helfen?“, wird die 26-Jährige auf der Straße angesprochen, oder es heißt: „Ich brauche Hilfe bei einem Schulproblem.“
Ab sofort ist Annemarie Wies montags bis donnerstags von 15 bis 19 Uhr im MaJoCa anzutreffen: Was so klingen soll wie „Mallorca“, bedeutet Matthek/Josefviertel-Café und ist der neue Anlaufpunkt für junge Leute aus dem Viertel. In einem alten Ladenlokal am Dresdener Ring 9 hat der sci einen Jugendtreff eingerichtet. Der 40 Quadratmeter große Raum beherbergt eine schicke Sitzecke, Buchregale und – einen Kickertisch. Nagelneu, wie das übrige Mobiliar. Eine kleine Küche und eine Toilette schließen sich an. „Am ersten Tag kamen bereits 40 Jugendliche“, sagt Annemarie Wies.
Die Resonanz belegt, was Sozialarbeiter seit 20 Jahren predigen: Junge Leute im Hochhausviertel MaJo brauchen dringend einen Treffpunkt nur für sich. „Und zwar hier in ihrer vertrauten Umgebung“, erläutert Frank Liebert, Jugend-Fachbereichsleiter beim sci. Die Jugendlichen würden sich schwer tun, Freizeit- und Sportangebote in anderen Ortsteilen anzunehmen. Seit einem Jahr etwa bietet der sci das Freizeitprogramm „To – Do“ an. Im MaJoCa soll es auch Angebote wie Anti-Gewalt-Arbeit und Hilfe bei der Jobsuche geben. Dazu wird es demnächst einen speziellen Fallmanager geben.
Erst einmal unterstützen zwei Honorarkräfte Annemarie Wies. Eineinhalb Jahre lang finanziert das Bundesamt für Migration das MaJoCa. Kontakt unter Tel. 0 28 41/99 89 89 0
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