Moers: Ein Stück Moerser Geschichte
VON DIRK MÖWIUS - zuletzt aktualisiert: 11.04.2008Moers (RPO). Ein außergewöhnliches Jubiläum wurde gestern beim Malerbetrieb Bode gefeiert. Vor 100 Jahren wurde das Unternehmen gegründet. Auch die Adresse hat sich seitdem nicht verändert.
Als Kreishandwerksmeister und Obermeister der Maler- und Lackiererinnung weiß Günter Bode bestens, wie es zugeht, wenn im Handwerk Jubiläen zu feiern sind. Oft ist es seine Aufgabe, Urkunden und Blumengrüße zu verteilen. Gestern fand er sich aber in der ungewohnten Rolle des Geehrten wieder. Zum 100-jährigen Bestehen des Betriebs gratulierte die gesamte Spitze des Handwerks im Kreis Wesel ihrem Vorsitzenden.
Nach Jahren der Wanderschaft
Gegründet wurde die Firma von Karl Bode. 1877 im Harz geboren kam er nach Jahren der Wanderschaft an den Niederrhein. Am 10. April gründete er den Maler- und Lackiererbetrieb mit der Anschrift Goethestraße 9. Dort ist auch heute noch der Betriebssitz.
Der doppelte Bode
Gab es nicht auf der Uerdinger Straße einen Malerbetrieb Bode? Richtig: Dort ließ sich der Bruder von Karl nieder. Der Betrieb wurde mit dem Schwerpunkt „Arbeiten für die Industrie“ weiter geführt.
Werner Bode, der zweitälteste Sohn des Gründers, legte 1947 seine Meisterprüfung ab und wurde Teilhaber im elterlichen Betrieb. Karl Bode starb 1967 im Alter von 90 Jahren. Sein Enkel Günter, der jüngere Sohn von Werner Bode, ging am Traditionsgymnasium Adolfinum zur Schule. Anschließend wurde er Maler- und Lackierer. Dank einer Sondergenehmigung durfte er 1973 als 23-Jähriger seine Meisterprüfung machen. Damals war er einer der jüngsten Malermeister im Land. Im Sommer 1987 übernahm er den Famileinbetrieb.
Unterstützt durch seine Frau Dagmar und Tochter Nadine arbeitet der Betrieb mit sechs Mitarbeitern weiterhin erfolgreich. Auch in der Belegschaft ist langjährige Treue zum Betrieb kein Fremdwort. So gab es gestern bei der Feier für die Mitarbeiter für Guido Hrabak die Bronzene Medaille der Handwerkskammer für 25-jährige Betriebszugehörigkeit.
Nachfolgefrage offen
Mit großem Einsatz und viel Herz engagiert sich Bode seit Jahren ehrenamtlich für das Handwerk. So ist er Obermeister seiner Innung und zugleich Kreishandwerksmeister. Bei den Gesprächen mit den Kollegen wurde gestern aber auch schnell deutlich, dass auch bei der Firma Bode die Nachfolge noch unklar ist. Günter Bode hofft jedenfalls, dass sich eine Lösung findet, dass der Traditionsbetrieb auch ohne Nachfolger aus der Familie weiter geführt wird, wenn er sich eines Tages zur Ruhe setzt.
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