Kamp-Lintfort: Ein Traum wird wahr
VON SIMON PAKE - zuletzt aktualisiert: 24.11.2008Kamp-Lintfort (RPO). Der Kamp-Lintforter Karnevalsverein (KKV) proklamierte am Samstag in der Stadthalle seine neue Prinzessin: Für Lieblichkeit Melanie I. erfüllte sich damit der Traum eines jeden Karnevalisten. Sie regiert über die Lintforter Jecken.
Die neue Prinzessin des Kamp-Lintforter Karnevalsvereins stammt aus echtem „Jecken-Adel“. Schon die Eltern und die Großeltern ihrer Lieblichkeit Melanie I. waren Prinzenpaare in Kamp-Lintfort. Trotzdem gab sie bei ihrer Proklamation in der Stadthalle am Samstagabend zu: „Als ich mit sechs Jahren in den KKV eingetreten bin, hätte ich mir nie träumen lassen, dass ich einmal Prinzessin werde.“ Das sei der Traum eines jeden Karnevalisten. Sie möchte in ihrer Regentschaft den ursprünglichen Karneval wieder aufleben lassen: „Mit Frohsinn, Freude und Zusammenhalt!“ Unterstützt wird die Prinzessin, die im Verein als Sprecherin des Damenelferrates und Trainerin der Flying Eagles tätig ist, von ihren zwei Adjutantinnen Steffi Gütges und Rabea Bornhöft.
Jecke Familie
„Sie ist von Geburt an mit dem Karnevalsvirus geimpft worden“, sagte der Präsident Bernd Grossauer über die Prinzessin Melanie I. 25 Jahre ist die 31-jährige Bürokauffrau schon im Verein. Ihre Eltern Ulrike und Wolfgang Strauß waren das Prinzenpaar in der Session 93/94 und ihre Großeltern Anne und Heinz Tischler 89/90.
Büttenreden und Tanz
Wie schön so eine Zeit als Karnevalsregent sein kann, war dem scheidenden Prinzen Peter Gottschlich anzumerken. „Ich hätte fast geheult als ich Prinzenkette und Zepter abgeben musste“, gab der „Kleine Prinz“, wie er während seiner Session genannt wurde, zu. Trotzdem wünschte er seiner Nachfolgerin Melanie Strauß alles Gute. „Wir haben ein Wechselbad der närrischen Gefühle: Dieses Jahr eine Prinzessin, davor ein Prinz, davor eine Prinzessin und davor wieder ein Prinz. Diese Soloregenten sind einfach fantastisch“, freute sich Siggi Thiel, Präsident des Festausschusses Kamp-Lintforter Karneval. Zur Proklamation hatte der KKV ein fast fünfstündiges Rahmenprogramm auf die Beine gestellt.
Der Startschuss fiel zur jecken Uhrzeit 19.11 Uhr. Tanzgruppen, Büttenreden und, als erste Amtshandlungen der Prinzessin, Ordensverleihungen. Die Showtanzgruppe des KKV, die Flying Eagles, wurde in dem flachen Erdgeschoss der Stadthalle im Vorfeld vor ungeahnte Probleme gestellt, wie der KKV-Präsident Bernd Grossauer berichtete. Wegen der geringen Höhe konnten manche Hebefiguren nicht gezeigt werden. Trotzdem lieferten sie zu verschiedenen James Bond-Titelmusiken eine spannende Darbietung.
In seiner Büttenrede als Penner verwies Hans Dahlschen genau auf die Probleme dieser Zunft in der Stadt: „Zuerst hatten wir es uns am Busbahnhof gemütlich gemacht und haben bei schlechtem Wetter die Passanten aus den Wartehäuschen verjagt.“ Dann habe der Bürgermeister sie von dort verjagt und sie hätten sich in die Weißen Riesen einquartiert. Auch die sollten jetzt wieder abgerissen werden. Für Spaß sorgten auch die Starlight Singers, das Männerballett und der Bauchredner Jens Meyers. Erst gegen Mitternacht versammelten sich alle Aktiven auf der Bühne und ließen den Abend mit dem KKV-Vereinslied ausklingen.
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