Kamp Lintfort: Eine Frau regiert die Narren
VON JUTTA LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 20.11.2006Kamp Lintfort (RPO). In Kamp-Lintfort proklamierte der KKV am Samstag Prinzessin Anna I. in der Stadthalle. Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt mahnte an: „Wir feiern Karneval in einer schwierigen Zeit“.
Prinz Armin ging, Prinzessin Anna kam. Seit Samstag wird das Kamp-Lintforter Jeckenvolk von einer Frau regiert, und obwohl Prinz Armin sicherlich auch kein unansehnlicher Narr war, ist seine Nachfolgerin dennoch eindeutig die attraktivste närrische Majestät, die der Kamp-Lintforter Karnevalsverein KKV in der letzten Zeit auf seinem Thron begrüßen konnte.
Blumen für Anna I.
Darin waren sich zur offiziellen Prinzenproklamation am Samstag in der Stadthalle der KKV-Präsident Theo Post und der Präsident des Kulturausschusses Grafschafter Karneval, Olly Olberts einig. „Eine solche Frau für dieses Amt gefunden zu haben, ist natürlich ein absoluter Hit“, hatte der eine bereits zu Beginn der Veranstaltung verkündet, und wenig später meinte der andere: „Eure Anna ist eine der schönsten Prinzessinnen, die ich je gesehen habe.“ Anna I., alias Anna Rigani, ihres Zeichens Gastwirtin des Kamp-Lintforter Restaurants „Platon“, sah an diesem Abend mit ihrer schwarzen, von einem zarten Diadem geschmückten Hochsteckfrisur und ihrem leuchtend rot-weißen Festkleid in der Tat ungemein hübsch aus, und so konnte man es Theo Post und Olly Olberts nicht verdenken, dass sie ins Schwärmen gerieten, zumal sogar Prinz Ludger I. aus Ossenberg demonstrativ vor seiner karnevalistischen Kollegin auf die Knie fiel. „Ich weiß schließlich, was sich gehört“, sprach er und überreichte ihr dazu einen riesigen Blumenstrauß.
KKV-Veranstaltungen
Die nächste öffentliche Veranstaltung des KKV wird am Donnerstag, 25. Januar, der Seniorenkarneval im Josef-Jeurgens-Haus sein. Darauf folgt am Samstag, 3. Februar, ab 18.30 Uhr die große Kostümsitzung in der Stadthalle und am Sonntag, 4. Februar, an gleicher Stelle die Kindersitzung. Am Samstag, 10. Februar, feiern dann ab 18.30 Uhr die Damen und gleich am nächsten Tag gibt es ab 18.30 Uhr die Herrensitzung in der Eyller Sporthalle.
Spätestens hier wäre manch eine andere Prinzessin wahrscheinlich ein wenig verlegen geworden, doch Anna I. reagierte auf all die überschwänglichen Komplimente, wie es die Würde ihres Amtes von ihr verlangte, sie schenkte jedem Verehrer ein herzliches Lächeln und blieb dabei dennoch auf eine bescheiden-sympathische Weise zurückhaltend. „Der Karneval ist eine Tradition, um die uns viele beneiden“, verkündete sie ihrem närrischen Volk nach der Proklamation durch KKV-Präsident Theo Post, in einer ersten offiziellen Ansprache. „Was sollte es für eine schönere Aufgabe geben, als Frohsinn zu verbreiten?“
„Ja das stimmt“, antwortete Bürgermeister Dr. Christoph Landscheidt ernst, als er ihr das Narrenzepter überreichte. „Wir feiern Karneval in einer schwierigen Zeit.“ Hier wurde es bedrückend leise im Saal. „Aber es geht hier und heute auch um die Repräsentation unserer Stadt“, fuhr er nach einer kleinen Pause etwas fröhlicher fort, „und wodurch könnte das besser geschehen als durch eine attraktive Frau?“ Damit gab er den Startschuss für die erste große Unterhaltungsattraktion des Abends, die Kölner Stimmungsband „Die Kolibris“. Es folgten diverse Show- und Gardetänzen, ein witziges Männerballett aus den eigenen Reihen, eine freche Bauchredner-Nummer und schließlich als Höhepunkt die tolle Show von „Fiesta Brasil“.
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