Kamp-Lintfort: Eingespieltes Team
VON CHRISTIAN SCHWERDTFEGER - zuletzt aktualisiert: 17.09.2009Kamp-Lintfort (RPO). Beamte von Polizei und Ordnungsamt gehen in Kamp-Lintfort gemeinsam auf Streife. Sie kennen ihre "Pappenheimer" persönlich und sind schnell zur Stelle. Unsere Redaktion war am Mittwoch mit auf Streife.
Wir sind doch friedlich! Harry, Horst und Jutta (Namen geändert) sitzen mit Bierflaschen und Pfirsichbowle auf den roten Sitzbänken auf dem Prinzenplatz. Die Stimmung ist feucht-fröhlich. Jutta kaut auf einer Scheibe Graubrot herum, Horst versucht, den letzten Schluck Bier aus der Flasche zu bekommen. Plötzlich knallt es. Unter einander gibt es Streit um ein Fahrrad. Polizeihauptkommissar Theo Schmitz (57) und Angelika Kersten (48) vom Ordnungsamt sind sofort zur Stelle. Schnell haben sich die Gemüter beruhigt. Die beiden Ordnungshüter sind ein eingespieltes Team. Harry, Horst und Jutta werden gebeten, den Platz zu verlassen. Auch wenn sie es rein rechtlich gesehen nicht müssten – sie kommen der Aufforderung nach.
Drogenszene am Pappelsee
Seit Jahren gehen Schmitz und Kersten in Kamp-Lintfort gemeinsam auf Streife, kennen ihre "Pappenheimer" persönlich, sprechen sie mit Vornamen an – und das hilft. Ihre freundliche und unkomplizierte Art kommt auf der Straße an. Das Sicherheitskonzept, also die Ordnungspartnerschaft von Polizei und Ordnungsamt, geht voll auf. "Wir ergänzen uns prima, und wir sind der Meinung, dass die Stadt dadurch sicherer geworden ist", meint die 48-Jährige. Das sei natürlich nur ein Bauchgefühl. Die beiden stehen für Ordnung, Schutz und Sicherheit. Sie verwarnen Radfahrer, schreiten bei Pöbeleien ein, sprechen mit den Bürgern. Gefährlich sei die Arbeit nicht. Noch nie sei den beiden auf ihren Patrouillengängen etwas passiert – auch gestern blieb es ruhig, auch im Park rund um den Pappelsee. Dort ist der Treffpunkt der Drogenszene, insbesondere am großen Spielplatz hängen die Junkies ab. Die Anwohner und Mütter sind besorgt. "Deswegen kontrollieren wir dort fast jeden zweiten Tag", erklärt Kersten. Erst vor wenigen Tagen haben spielende Kinder dort auf einer Toilette ein "Drogen-Versteck" gefunden, auch Spritzen liegen oft in den Grünanlagen. Gestern nachmittag war kein Drogenabhängiger zu sehen. Stattdessen drei ältere Damen, die beobachtet haben wollen, wie ein kleiner Junge ein weißes Kaninchen am Spielplatz ausgesetzt hat. Auch dafür haben die beiden Ordnungshüter ein offenes Ohr. Auf Hasenjagd gingen sie dennoch nicht. Dann geht es weiter, zur nächsten Kontroll-Station an diesem Nachmittag. Die Realschule an der Sudermannstraße. "Schulhöfe werden von uns besonders kontrolliert", sagt der Polizeihauptkommissar. Grund: Vandalismus und Jugendliche, die nach Schulschluss auf den Höfen Alkohol trinken und Drogen konsumieren. Deswegen werden einige Schulen in der Bergbaustadt seit wenigen Tagen auch mit Videokameras überwacht. Von Brennpunkten im Stadtgebiet möchte Schmitz nicht sprechen, nennt Gefahrenzonen stattdessen Beschwerdepunkte. Das klinge besser. Übrigens: Der Stadtteil Gestfeld sei so ein Beschwerdepunkt, meint seine Kollegin.
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