Kamp-Lintfort: Erst ging es um Fotos, dann um Sex
zuletzt aktualisiert: 31.01.2008Kamp-Lintfort (RPO). Die Hilfsbereitschaft seiner Schwägerin nutzte ein Mann aus Kamp-Lintfort schamlos aus. Kurz nachdem er sich von seiner Frau getrennt hatte, fiel er in seiner Wohnung über seine Schwägerin her. Wegen sexueller Nötigung hat das Schöffengericht in Moers den Mann jetzt zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.
„Ich sollte beim Streichen helfen”, schilderte die 22-Jährige vor Gericht. Dabei habe sie sich zuerst nichts gedacht, weil der Mann auch ihr schon viel geholfen habe. Schon kurz nach ihrer Ankunft sei ihr Schwager dann aber auf das Thema „Nacktfotos” gekommen, mit denen sie Geld verdienen könne. Er brauche dringend Geld, und sie selber bekomme zehn Euro für jedes Bild, das von ihr ins Internet gestellt werde. Als sie ablehnte, habe er sie mit einer älteren Aufnahme auf seiner Handy-Kamera erpresst, auf denen sie sich schon zuvor ziemlich freizügig gezeigt hatte. Dann sei es plötzlich gar nicht mehr um Fotos, sondern um sexuellen Kontakt gegangen.
Mit den Worten: „Du willst es doch auch” habe er sie überrumpelt. Fast ohne Gegenwehr habe sie über sich ergehen lassen, dass der heute 38-Jährige erst ihre Hand auf sein Geschlechtsteil legte und dann sexuelle Handlungen an sich selbst vornahm. Was wohl nicht nur die Richterin verblüffte: Die Frau hätte viele Gelegenheiten gehabt, einfach abzuhauen, statt dessen saß sie betäubt „wie das Kaninchen vor der Schlange” und wehrte sich nicht. Danach ließ sie sich sogar von ihrem Schwager nach Hause fahren. Auf die Frage der Richterin: „Warum sind Sie denn nicht aus der Wohnung raus?” fand die junge Frau aber keine Antwort.
Sie wisse nicht warum und sei wohl einfach schockiert gewesen. Erst ihr Lebensgefährte brachte die Sache zur Anzeige. Der Angeklagte versuchte, das Gericht zu überzeugen, bei den Vorwürfen handele es sich um ein Komplott gegen ihn. Das nahm ihm aber keiner ab.
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