Moers: Es gibt auch gute Schulden
VON CHRISTIAN SCHROEDER - zuletzt aktualisiert: 11.08.2010Moers (RPO). Eine Stunde lang antwortete der SPD-Landtagsabgeordnete Ibrahim Yetim auf die Fragen von RP-Redaktionsleiter Dirk Möwius. Rund 40 Zuhörer waren gestern zum "Moment Mal"-Talk in den Altstadt-Treff gekommen.
Selma war vorgestern mit ihrem Vater in Duisburg. Von der Loveparade-Katastrophe hatte die Sechsjährige einiges mitbekommen, und auch davon, dass viele jetzt dem Bürgermeister die Schuld geben. "Aber Papa, man kann den doch jetzt nicht bedrohen, man muss doch mit dem reden" – Ibrahim Yetim erzählte die Geschichte von seiner Tochter, um deutlich zu machen, dass auch er gegen Vorverurteilungen ist. Das Geschehen von Duisburg war das erste politische Thema überhaupt, mit dem der frischgebackene SPD-Landtagskandidat sich in Düsseldorf auseinander setzen musste. Daher durfte dieser Themenkomplex auch gestern Abend beim "Moment Mal"-Talk der RP im Altstadt-Treff nicht fehlen.
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Im Wahlkreis Wahlkreisbüro Ibrahim Yetim MdL Hopfenstraße 4, Moers, Tel. 02 84 1 215 31.
Im Landtag Abgeordnetenbüro Ibrahim Yetim MdL, Platz des Landtags 1, 40221 Düsseldorf,
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Land soll Hartz IV bezahlen
Rund 40 interessierte Zuhörer verfolgten das Gespräch, das Dirk Möwius, Leiter der RP-Lokalredaktion Moers, bewusst "Aufbruch oder Pleite – Wohin steuert NRW?" betitelt hatte: Sind die Landesschulden überhaupt stemmbar? "Zunächst", antwortete Yetim, "gibt es ja auch gute Schulden." Zum Beispiel das Geld, mit dem die Landesregierung die Kostenpflicht für das dritte Kindergartenjahr abschaffen will. Das Land in der Pflicht sieht der 45-Jährige auch bei dem Hartz IV-Leistungen, die derzeit von den Kommunen aufgebracht werden und Städte wie Moers an den Rand der Pleite bringen. "Moers ist eine notleidende Kommune", sagte Yetim und erntete Zustimmung bei den Gästen.
Nicht alle teilen hingegen seine Sichtweise, welche Schulform richtig ist für NRW. Der studierte Kommunikationswissenschaftler möchte die Gemeinschaftsschule (Trennung erst nach sechs Jahren) und möchte zurück zum Abi nach 13 Jahren. "Keiner will das Gymnasium abschaffen", antwortete er einem besorgten Zuhörer. Dieter Kirsch, ein weiterer Gast, wollte von Yetim wissen, wie er denn zum Bergbau und zur Steinkohle stehe, die ja mit für die Klimaerwärmung verantwortlich sei. "Die Kohle ist daran nicht Schuld", verteidigte der Sozialdemokrat seinen früheren Beruf. Yetim befürwortet einen Sockelbergbau.
Moderator Möwius steuerte das Gespräch dann immer mehr auf die lokale Ebene: Ob die neue Minderheitenregierung in Düsseldorf denn die Hochschule Rhein-Waal genauso unterstützen werde wie vorher Schwarz-Gelb? "Auf jeden Fall. Nur hätte der Großteil der Hochschule hier zu uns kommen müssen und nicht nach Kleve", findet der Kapellener. Zum Stunk in der Moers Kultur GmbH sagt Yetim: "Das Management war schlecht, selbst als Mitglied des Kulturausschusses habe ich viele Beschlüsse erst aus der RP erfahren." Klare Stellung bezieht er auch zum geplanten Stellenabbau bei der Niag: "Gegen den schleichenden Prozess der Entlassungen wehren wir uns .
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