Moers: Faszination Technik
VON SIMON PAKE - zuletzt aktualisiert: 14.11.2006Moers (RPO). Schüler und Lehrer des Berufskolleg für Technik Moers gaben Einblicke in ihren Schulalltag. Beim Tag der offenen Tür drehte sich alles um die technischen Ausbildungsgänge und Berufe, die die Schule im Angebot hat.
Wer in der letzten Zeit mal in einer Autowerkstatt war, kennt die Technik, mit der heute bei neueren Autos auf Fehlersuche gegangen wird. Der Fachmann kriecht nicht unter dem Fahrzeug herum, sondern er schließt einfach Laptop oder Diagnosegerät an einem Stecker am Auto an und lässt den Computer das Problem in der immer komplizierter werdenden Elektronik finden. Für alle, die das noch nicht selbst gesehen haben, hatte das Berufskolleg für Technik Moers (BKTM) diese Fehlerdiagnose demonstriert: Beim Tag der offenen Tür demonstrierten angehende Kfz-Mechatroniker an einem Golf 4, der vorher mit Fehlern präpariert wurde, wie der Fehler-Check funktioniert.
23 Berufe und Ausbildungsgänge
Insgesamt werden am BKTM 1650 Schüler von rund 65 Lehrkräften betreut. Und sie alle hatten etwas vorbereitet, um Besuchern Einblicke in den Lernalltag zu geben. Die Bandbreite der Ausbildung reicht dabei von Landmaschinenmechanikern über Maler und Tischler bis hin zu Informationstechnischen Assistenten – 23 Berufe und Ausbildungsgänge gibt es am Berufskolleg.
So haben die Auszubildenden für Sänitär-, Heizungs- und Klimatechnik Tipps gegeben, wie man durch eine gute Dämmung und umsichtigen Gebrauch mit der Heizung eine Menge Kosten sparen kann. Die Schüler des Bildungsgangs „Gestaltungstechnischer Assistent“ bewiesen, wie einfach mit Photoshop Bilder zu bearbeiten sind.
Auch erfolgreiche Projekte wurden gezeigt: etwa zwei braune Schilder für die Autobahn, die auf das Unesco-Kulturerbe Schloss Falkenhut sowie auf die Schlösser Brühl hinweisen. Diese Verkehrszeichen sind in Moers entstanden.
Wie unsicher ein kabelloses Netzwerk für den PC, „Wireless Lan“ genannt, sein kann, demonstrierten angehende Fachinformatiker. Sie betätigten sich als „Hacker“ und machten auf Gefahren von ungeschützten Systemen aufmerksam.
„Viele Leute denken beim Berufskolleg immer zuerst an die klassische Berufsschule“, sagt Schulleiter Josef Nießen. Aber neben der dualen Ausbildung, im Wechsel zwischen Schule und Betrieb, nehmen auch die schulischen Vollzeitausbildungen zu. Das liege wohl daran, dass es zu wenig Ausbildungsplätze in den Betrieben gibt, mutmaßt Nießen. Für die Zukunft befürchtet der Pädagoge, dass mit EU-Richtlinien die Ausbildung in Deutschland verwässert wird. „Bis jetzt haben wir in unserem Land die beste Ausbildung überhaupt.“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




