Moers: Fest-Flair und Gruselromantik
VON JUTTA LANGHOFF - zuletzt aktualisiert: 10.12.2007Moers (RPO). Der alljährlich am zweiten Advent im historischen Ambiente des Moerser Schlosses stattfindende weihnachtliche Handwerkermarkt war gut besucht. Diesmal gab es auch einige gespenstische Elemente.
„Befiehl Du Deine Wege . . .“ Die Kassenhäuschen waren noch geschlossen, und der Bläserchor des CVJM hatte gerade seine ersten weihnachtlichen Klänge vom Schlossturm erklingen lassen, da standen die Menschen schon Schlange und warteten darauf, dass sich die Schlosstüren zum diesjährigen Adventssonntag öffneten. Der alljährlich am zweiten Advent im historischen Ambiente des Moerser Schlosses stattfindende weihnachtliche Handwerkermarkt hat Tradition und lockt Jahr für Jahr ganze Scharen von Besuchern an, und zwar so viele, dass es nicht nur zu bestimmten Stoßzeiten fast schon unmöglich ist, auf den engen, hölzernen Treppenaufgängen von einer Etage zur anderen zu kommen.
Gespenster inklusive
Treue Kunden, wie zum Beispiel Maria Weger, wissen das. Die 78-jährige Krefelderin kommt deswegen jedes Jahr extra ganz früh nach Moers: „Weil ich dann besser durchkomme und weil dann noch nicht alles leer gekauft ist“, sagt sie. Letzteres war zwar nicht zu befürchten, doch das Angebot an den in diesem Jahr mehr als 20 Verkaufsständen war in der Tat wieder so anders als auf den üblichen Weihnachtsmärkten, dass selbst diejenigen, die schon all ihre Geschenke komplett hatten, dort immer noch etwas Besonderes finden konnten. Dabei gab die derzeit im Schlossmuseum befindliche Mittelalter- und Gespensterausstellung dem Ganzen diesmal eine extra schaurige Note. So konnten sich die Besucher im Erdgeschoss zum Beispiel direkt neben dem Foltergefängnis mit frischen Waffeln verwöhnen lassen, und ein paar Schritte weiter saßen Claudia Kurfürst von der Moerser Porzellanklinik sowie eine Dame des Grafschafter Museums- und Geschichtsvereins mit einer wunderschönen Sammlung von alten Glanzbildern vor einer ganzen Galerie gemalter und gezeichneter Gespenster-Gestalten.
Harmlose Spinnerei
In den oberen Etagen war es dann harmloser. Dort erwartete die Besucher im bäuerlichen Wohnzimmer wieder eine mit Spinnrädern und Stricknadeln bewaffnete, gemütliche Damenrunde, und im Biedermeierzimmer wurden fleißig zarte Deckchen geklöppelt. Außerdem gab es dort unter anderem niedliche Teddys, edlen Steinschmuck, filigrane Scherenschnitte, Keramikwaren und viele Dinge mehr.
Grafschafter Kaffeetafel
Einer der besonders beliebten Anziehungspunkte war natürlich wieder die Grafschafter Kaffeetafel auf dem Dachboden, die diesmal vom Förderverein des Kindergartens und der Grundschule am Rüttgersweg organisiert wurde. Doch auch die kleinen Besucher kamen an diesem Museumssonntag nicht zu kurz. Sie durften gleich nebenan im Pulverhaus unter der fachkundigen Anleitung von Rüdiger Eichholtz und seinen Mitarbeitern vom Moerser Kreativmobil schaurige Gestalten aus Ton formen oder in Linol schneiden und dann abdrucken.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




