Moers: Flickschusterei
VON HERIBERT BRINKMANN - zuletzt aktualisiert: 16.06.2010Moers (RPO). Der Asbest-Befund für die Emanuel-Felke-Schule schlägt hohe Wellen. Das Zentrale Gebäudemanagement arbeitet fieberhaft an einer schnellen Sanierung. Zuvor wurde die Prosa-Sanierung auf 2015 verschoben.
Asbest in hoher Konzentration in der Emanuel-Felke-Grundschule: Am vergangenen Donnerstag wurde ein Klassenraum sofort gesperrt, er soll umgehend saniert werden. Die Fußböden werden luftdicht versiegelt. Uwe-Jens Bratkus-Fünderich vom Lokalen Bündnis für Familien in Repelen genügt das nicht: "Ich suche jetzt Unterstützer, die sich dafür stark machen, dass die Schule sofort und grundsätzlich saniert wird. Die Pläne dafür liegen vor."
Doch die Sanierung durch Prosa wurde von der Politik in weite Ferne geschoben – in Phase IV, die ab 2014 gilt. Allerdings vor der Entdeckung der Asbest-Probleme. Verantwortlich für den Baustopp sei der Landrat, will Bratkus-Fünderich gehört haben.
Buhmann Landrat
Die Schuldzuweisungen gehen lustig durcheinander. Der Landrat, der zurzeit in Urlaub ist, hat lediglich die zwischen der Stadt Moers und der Prosa vertraglich als möglich vorgesehene Erhöhung der Sanierungsbeträge von 3 Millionen auf 3,6 Millionen wegen der Haushaltslage abgelehnt. Dadurch fielen die Neubaupläne für die Mensen des Grafschafter Gymnasiums und der Pattberg-Realschule hinter runter.
Aber auch die Sanierung der Felke-Schule, deren Anmeldezahlen der Landrat für auf Dauer zu niedrig hält. Sie sei nicht zwingend notwendig. Andere behaupten, Schuldezernent Hans-Gerhard Rötters wolle die Mensa-Lösung an der Pattberg-Schule auf Kosten der Felke-Schule finanzieren.
Helmut Gaida, schulpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, stößt die Asbest-Frage bitter auf. Er erinnert sich noch nur zu gut, wie unter Bürgermeister Raphael Hofmann die Schadstoff-Problematik an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule von der SPD hoch gespielt wurde.
Die Politiker wurden in der Schule von Demonstranten mit Gasmasken und Skelett-Kostümen em-pfangen. Heute sei es die gleiche SPD, die das Asbest-Problem an der Felke-Schule herunterspiele und die Sanierung auf die lange Bank schiebe.
Problem ist der akute Geldmangel der Prosa in der Sanierungsphase II. Die CDU-Politiker waren im Bau- und Grundstücksausschuss am Montag sehr überrascht, wie die Verwaltung mit dem Problem umgeht. Die Reihenfolge für die Prosa-Sanierungen liege fest, der Etat darauf abgestellt.
Im Schulausschuss sollte die Verwaltung noch die Verschiebung in eine spätere Sanierungsphase überprüfen. SPD-Sprecherin Barbara Freund hielt es wegen der Konkurrenz in Repelen für nicht geboten, die Felke-Schulsanierung so weit hinaus zu schieben.
Nach dem gesunden Menschenverstand denkt jeder, wenn jetzt schon ein Asbest-Fall vorliegt, biete sich die Sanierung an einem Stück an. Weit gefehlt, das Zentrale Gebäude Management (ZGM) der Stadt will mit eigenen Restmitteln einzelne Klassenräume vorziehen.
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