Moers: Formel-1-Star aus Moers
VON CHRISTIAN SCHWERDTFEGER - zuletzt aktualisiert: 28.12.2009 - 11:49Markus Feldmann ist amtierender Formel-1-Weltmeister im ferngesteuerten Autofahren. Der 30-Jährige hat schon auf der ganzen Welt sein Rennauto gelenkt. Von Beruf ist der Moerser Zahnarzt - seine Praxis hat er in Holland.
Crash, Überschläge, Totalschaden. Markus Feldmann bekommt nie einen Kratzer ab. Sein Wagen kann noch so schwer in die Leitplanken krachen, der 30-Jährige bleibt unverletzt. Denn am Steuer sitzt er nicht. Er lenkt sein Rennauto mit bis zu 100 Stundenkilometer aus sicherer Entfernung mit einer Fernsteuerung über den Asphalt. Der Moerser ist der amtierende Formel-1-Weltmeister im ferngesteuerten Autofahren und der uneingeschränkte Star der Szene, also so etwas wie Michael Schumacher es einmal im großen Rennzirkus war.
Rennen dauert bis zu 90 Minuten
Die Autos, die er lenkt, sind Maßstab eins zu fünf im Vergleich zu den echten Formel-1-Boliden und kosten ab 2500 Euro aufwärts. Der Moerser hat so ziemlich alles gewonnen, was es in dem Sport zu gewinnen gibt: 18-facher Deutscher Meister, mehrfacher Europameister, und im vergangenen Jahr krönte er seine Laufbahn mit dem Weltmeistertitel im schweizerischen Lostallo. „Das war schon der Höhepunkt meiner bisherigen Karriere”, sagt er. Bis zu 90 Minuten kann so ein Formel-1-Rennen dauern. Gute Nerven, Konzentration und körperliche Fitness sind unabdingbar.
Regeln und Kosten
Die Fahrzeuge unterliegen bei den Rennen straffen Regeln. So dürfen die Autos nicht mehr als zehn Kilogramm wiegen. Wer gegen die Vorschriften verstößt, wird disqualifiziert. Bis zu 12.000 Euro muss man jährlich aufbringen, will man so wie Markus Feldmann in der Weltspitze mitfahren. Allein ein Reifensatz kann bis zu 80 Euro kosten. Feldmann hat Sponsoren, die ihn finanziell unterstützen.
Mehr als 12.000 Konkurrrenten
Sein ganzes Wohnzimmer hat er mit seinen Trophäen ausgeschmückt. Neben dem Fernseher, auf den Schränken: überall stehen Pokale, an den Wänden hängen Urkunden und Wimpel. Seine Erfolge sind nicht selbstverständlich. Die Konkurrenz in dem Geschäft ist groß. Allein in Deutschland gibt es mehr als 12.000 Fahrer, die in Vereinen und Verbänden organisiert sind, weltweit sind es Hunderttausende.
Auf dem ganzen Globus gibt Feldmann Gas: Karibik, Australien, USA. Besonders die Japaner schätzen seine Fahrkünste, haben ihn für das nächste Jahr zu einem Turnier eingeladen. Das Talent hat er wohl von Vater Dieter, der in den 1960er Jahren bei regionalen Rennserien hinter einem richtigen Steuer saß, in die Wiege gelegt bekommen. Sein Vater ist auch gleichzeitig sein Mechaniker. Auch im „normalen Leben” ist Feldmann auf der Überholspur meist auf der Autobahn von Moers ins rund 80 Kilometer entfernte Roermond (Niederlande).
Dort hat der 30-Jährige eine Zahnarztpraxis, die er gemeinsam mit einem Freund aus Studientagen führt, eröffnet. Das deutsche Gesundheitssystem habe ihm keine andere Wahl gelassen. „Durch die ganzen Verordnungen und Vorschriften ist es fast unmöglich geworden, in Deutschland eine Zahnarztpraxis zu eröffnen und zu unterhalten. Es gehen immer mehr Praxen pleite.” In Holland hingegen brumme das Geschäft. „Die haben schlechtere Zähne als die Deutschen”, lacht der 30-Jährige. Der Mann gibt eben immer Vollgas...
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