Neukirchen-Vluyn: Franz Anstett neuer Pfarrer
VON SABINE HANNEMANN - zuletzt aktualisiert: 11.09.2010Neukirchen-Vluyn (RPO). Das Bistum Münster hat in dieser Woche in seinem Online-Auftritt die Personalie bereits veröffentlicht. Franz Anstett wird neuer Pfarrer der katholischen Kirchengemeinden St. Quirinus und St. Antonius in Neukirchen-Vluyn.
Bereits am Montag stellte sich Franz Anstett in Begleitung von Dechant Achim Klaschka den beiden Kirchenvorständen und Pfarrgemeinderäten in einer außerordentlichen Sitzung vor. Erste Gespräche fanden statt, denn Anstett wird neuer Pfarrer von St. Quirinus und St. Antonius in Neukirchen-Vluyn. Die Pfarreinführung ist für Sonntag, 24. Oktober, geplant.
Für den neuen Pfarrer Anstett wird es gleich zu Beginn seiner Tätigkeit mehrere Herausforderungen geben. Zum ersten Advent werden die beiden Gemeinden fusionieren, ein Balance-Akt, wie zu hören, denn die Gemeinde verdoppelt sich und wird dann rund 8500 Menschen zählen. Gefragt ist eine sensible Zusammenführung zweier unterschiedlicher Gemeinden. Die Vorbereitungen dazu laufen in verschiedenen Vorbereitungsteams seit Monaten.
Bueren ging im Januar
"Wir sind froh, dass wir so schnell einen Nachfolger bekommen", meinte dazu Peter Hericks, Kirchenvorstand St. Antonius. Erst beim letzten Patronatsfest im Januar war der beliebte Pastor Heinz Bueren nach 34 Jahren von "seiner Gemeinde" in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet worden. Die Gemeinde musste sich während der Fusionsvorbereitungen ohne Pastor Bueren zurecht finden.
Der Hiltruper Missionar Franz Anstett ist am Niederrhein kein Unbekannter. Der gebürtige Pfälzer, Jahrgang 1953, hat oft die St.-Ulrich-Gemeinde in Alpen besucht, um für sein Peru-Projekt Incuyo zu werben. Vor einigen Jahren verließ Anstett Deutschland, um dem peruanischen Bischof der Prälatur Caraveli, Juan Carlos Vera Plasencia vom Orden der Hiltruper Missionare, als Generalvikar zur Seite zu stehen. Seit Gründung der Prälatur wirken Priester vom Orden der Hiltruper Missionare im Bereich Caraveli. 1961 gründete Friedrich Kaiser zusammen mit der Hiltruper Schwester Willibrordis den Orden der Peruanischen Seelsorgeschwestern, der bis heute ein großes Mutter- und Exerzitienhaus in Caraveli unterhält.
Anstett absolvierte zunächst ein Lehramtsstudium und arbeitete im peruanischen Caraveli, bevor er 1988 zum Priester geweiht wurde. Von 1988 bis 1993 war er in der Stadtlohner Pfarrei St. Otger als Kaplan tätig. Ab 2000 arbeitete er für drei Jahre wieder in Caraveli als Gemeindepfarrer. Bis zum Frühjahr 2006 war Anstett dann Diözesanpräses der Katholischen Frauengemeinschaft und Pfarrer der Gemeinde St. Agatha in Münster, bevor er erneut nach Peru zurückging. Bischof Lettmann stellte ihn für diese Aufgabe frei.
Von 2006 bis Juli 2010 war Anstett Generalvikar der Diözese Caraveli, in der das Bergdorf Incuyo liegt. Für die Bewohner engagierte sich Anstett erfolgreich und organisierte medizinische wie schulische Hilfe unter anderem über die Alpener St-Ulrich-Gemeinde. Über 20 peruanische Jugendliche erhielten in den letzten drei Jahren eine Berufsausbildung.
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