Neukirchen-Vluyn: Freitag zum Nachdenken
VON SABINE HANNEMANN - zuletzt aktualisiert: 14.03.2008Neukirchen-Vluyn (RPO). Der Kabarettist trat mit seinem aktuellen Programm „Die Angst der Hasen“ in der Kulturhalle Vluyn auf. Der 57-Jährige sorgte nicht nur für Lacher beim Publikum.
Stationen
Thomas Freitag hatte sein erstes Engagement am Stuttgarter Renitenz-Theater, war von 1975 bis 1976 Ensemble Mitglied am „Statttheater“ Gießen und von 1977 bis 1986 Ensemble Mitglied am Kom(m)ödchen, mit „Ende offen“ und „Playback“ erster Duo-Partner von Lore Lorentz.
Videokamera an der Seite, großformatige Dürer-Hasen im Hintergrund – Requisiten, die Kabarettist Thomas Freitag für sein zweistündiges Programm „Die Angst der Hasen“ in der Kulturhalle brauchte. Thomas Freitag kennt sich in der Politik aus, die vom Islam bedroht wird. Seit über 30 Jahren steht er auf der Bühne und ist einer der Großen vom alten Schlag, die mit intelligentem Witz unterhalten und zum Nachdenken anregen.
In seinem aktuellen Programm sorgt er für eine Videobotschaft an Al Kaida. Er machte kurzerhand Neukirchen-Vluyn zur Metropole des Abendlandes, zum Zentrum von kulturell interessierten Menschen. Der westliche Kulturkreis verdient es gerettet zu werden, meint Freitag und redet den Terroristen aus, unsere Welt zu zerstören. Begründung: Die Deutschen vernichten ihre Kultur selbst und brauchen keine Hilfe von außen. „Das schaffen die deutschen Topmanager schon alleine“, meint Freitag.
Der Papst als letzte Chance?
Dabei gebe es vieles, was unsere Welt erhaltenswert macht. Bach, Voltaire, Beethoven, Schiller und 16 Kassenärztliche Vereinigungen. Mit Bachs „Brandenburgischen Konzerten“ startet Freitag in den Abend. Der 57-jährige Alsfelder nimmt mit feinsinnigem Humor und Ironie unsere Gesellschaft auseinander, beschäftigt sich mit der Frage der Religion. Ist Papst Benedetto die letzte Chance, die Antwort auf den Islam? Schließlich habe der heilige Mann ihm im Traum geraten: „Gehe hinaus und predige den Widerspruch.“ Für Freitag liegt folgender Schluss nahe. Wenn die Islamisten nur noch Angsthasen finden, denen sie den Islam überstülpen und sie keine gegnerischen Feinde mehr haben, dann werden auch sie nachdenken und zweifeln. Der Weg bis zu dieser Erkenntnis ist allerdings weit. Freitag bedient sich der Spitzenpolitiker wie Ullalla Schmidt, Stoiber Merkel und Bush, stellt die deutsche Regelwut, Statistiken und Gesetze an den Pranger. Von Merkel glaubt er, dass sie irgendwann die Perücke abnimmt und sich Günter Wallraff zu erkennen gibt. Freitag bedauert, dass schlecht Ausgebildete in die Nutzlosigkeit getrieben werden und der Servicewüste Deutschland neue Nahrung geben, Rentner ihren Lebensabend mit dem Bau von Vogelhäuschen verbringen. Die junge Generation hingegen probt die Selbstverwirklichung. Die Deutschen streben aus. „Heute haben sie Hunde und Hundeschulen statt Kinder“, meint Freitag.
Die Bedrohung durch den Islam sei nicht Neues, schließlich prägen Religionskriege die Welt. Freitags Sympathie gehört daher dem glücklichen Inselstaat Vanuatu. Dort gebe es keine Religion.
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