Rheurdt: Freude über die sanierte Kirche
VON TIMO STEPPAT - zuletzt aktualisiert: 09.02.2010Rheurdt (RPO). Im Sonntagsgottesdienst in der sanierten und renovierten Rheurdter Pfarrkirche Sankt Nikolaus informierte der Duisburger Architekt Peter Probst über die Arbeiten während der vergangenen fünf Monate.
Nächstes Projekt
Pastor Norbert Derrix zeigte sich sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit aller Beteiligten bei der Kirchenrenovierung. "Wahrscheinlich können wir diese Zusammenarbeit demnächst in Schaephuysen fortsetzen", so der Kirchenmann. Denn in der dortigen St.-Hubertus-Kirche gäbe es ähnliche Probleme wie in Rheurdt.
Pfarrer Norbert Derrix hörte fast nicht mehr auf, sich zu bedanken: Beim Architekten Peter Probst, der für die Renovierung zuständig war, bei Sebastian Ingendahl, der sich um Licht und Elektronik gekümmert hat, bei Ludwig Kettels, in dessen leerem Stall die Kirchenbänke untergebracht wurden, bei Heinz Hoeps, der noch schnell ein paar Maurerarbeiten verrichtet hatte, bei der evangelischen Gemeinde in Rheurdt, in der die Sonntagsgottesdienste stattfanden, bei Ludger Elbers... "Das ist nicht selbstverständlich", so der Pfarrer. Fast fünf Monate lang war die St.-Nikolaus Kirche in Rheurdt geschlossen – sie wurde renoviert. Bereits seit dem dritten Advent wird wieder zu den gewohnten Zeiten Gottesdienst gefeiert. Am vergangenen Wochenende lud die Gemeinde den Duisburger Architekten Peter Probst ein. Der erklärte, wie er und seine Mitstreiter bei der Renovierung vorgegangen sind und was genau sich nun verändert hat.
Kohleabbau unter der Kirche
"Alles fing vor zwölf Jahren an", erinnerte sich Norbert Derrix. Die RAG sei auf ihn zugekommen und habe ihm mitgeteilt, dass unter seine Kirche Kohle abgebaut werde. Im letzten Jahr dann mussten sie handeln: Große Risse zogen sich durch das Mauerwerk. "Später mussten wir feststellten, dass es fast doppelt so viele waren wie anfangs vermutet", erzählte Architekt Peter Probst. Stücke des Putzes hätten nur noch lose an der Wand gehangen, so der Architekt. Probst ist ausgewiesener Experte auf dem Gebiet von Kirchensanierungen – unter anderem hat er Kirchen in Repelen sowie in den Duisburger Stadtteilen Duissern und Baerl saniert.
Verputzt, aufgebohrt und verfüllt
Die Bruderschaft räumte dann im Sommer letzten Jahres die Kirchenbänke aus, und ein fast haushohes Gerüst wurde aufgebaut, um die Arbeiten verrichten zu können. Die Risse wurden verputzt, aufgebohrt und von innen verfüllt. Ein zweiter Schritt bei der Renovierung: Eine neue Farbgestaltung der Kirche und kleinere Umbauten, die vollzogen wurden. Bei den Windfängen entfernte man beispielsweise einen kleinen Abstellraum und ersetzte die Wand durch Glas. Die Säulen wurden in einem hellen Terracotta-Ton gestrichen, und die Wände sind nun in einem hellen Beige gehalten. Der Architekt demonstrierte das neu dreistufige Lichtsystem, mit dem man die Kirche noch besser ausleuchten könne. Während der monatelangen Renovierung sei man immer wieder auf Probleme gestoßen. "Wir haben festgestellt, dass einige Schichten Farbe auf der Wand sind", berichtete Probst.
Das Abbeizen der kompletten Wände hätte aber rund 40 000 Euro gekostet. Einfach mit einer normalen Farbe drüber zu streichen, hätte aber auch nichts genützt – sie wäre wahrscheinlich aufgeplatzt. "Die Wand ist nun mit einer besonderen Farbe gestrichen, die keine Oberflächenspannung erzeugt", so der Architekt.
Was den Rheurdtern ihre Kirche wert sei, fragte Pfarrer Norbert Derrix im vergangenen Jahr. Ein großer Teil des benötigten Geldes kam von der RAG. Damit sollten Bergbauschäden ausgebessert werden. "Und ansonsten durften wir uns auf Geheiß des Bistums Münster aus vielen kleinen Töpfen bedienen", berichtete Derrix.
Spenden willkommen
Die Rheurdter haben inzwischen fast 20 000 Euro gespendet – das entspricht dem Betrag, den die Gemeinde selbst zur Renovierung beisteuern musste. Ein bisschen Geld fehlt noch und jede Spende ist willkommen.
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