Moers: Frühe Hilfe von allen Seiten
VON UWE PLIEN - zuletzt aktualisiert: 13.08.2010Moers (RPO). Das Weseler Marien-Hospital eröffnet in Rheinberg eine Dependance seiner Interdisziplinären Frühförderstelle für entwicklungsauffällige Kinder. Sie richtet sich auch an Familien aus den Nachbarstädten.
Grafschaft Das Marien-Hospital Wesel eröffnet Mitte September eine Nebenstelle der "Interdisziplinären Frühförderstelle Wesel" (IFF) in Rheinberg – in den ehemaligen Praxis-Räumen des Allgemeinmediziners Christof Knoppek an der Xantener Straße 2 über der "Rhein-Apotheke". "Wir werden die komplette obere Etage nutzen – das sind ungefähr 150 Quadratmeter", schildert Dr. Ullrich Raupp, Ärztlicher Direktor des Marien-Hospitals; er ist unter anderem Arzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie. Ulrich Knüwer, Pädagogischer Leiter der Frühförderstelle, nennt einen anderen Vorteil des Standortes: "Hier sind wir gut erreichbar, gleich gegenüber gibt es eine Bushaltestelle."
Fünf neue Mitarbeiter
In der Rheinberger Frühförderstelle werden werden vier neue Vollzeitstellen geschaffen, die von fünf Mitarbeitern besetzt werden. Telefonischer Kontakt zur IFF derzeit noch über das Marien-Hospital unter Tel. 0281 104-1290.
Für Kinder bis zur Einschulung
Drei Frühförderstellen gibt es im Kreis Wesel. In Moers betreibt der Kreis sie selbst, in Dinslaken ist die Albert-Schweitzer-Stiftung zuständig und in Wesel das Marien-Hospital. Dr. Raupp: "Der Kreis hat selbst keine Kapazitäten mehr und hat uns gebeten, uns um das wachsende Klientel in Rheinberg und Kamp-Lintfort zu kümmern."
Zielgruppe der IFF sind Kinder bis zum Einschulungsalter, die entwicklungsauffällig oder behindert oder von Behinderung bedroht sind, sowie deren Eltern. Um sie kümmern sich verschiedene Fachleute: Ergo-, Sprach- und Physiotherapeuten ebenso wie Heilpädagogen, Psychologen und Fachärzte. Der Ärztliche Direktor weist darauf hin, dass 5 bis 7,5 Prozent aller neugeborenen Kinder als "Risikokinder" gelten. Aber: "Das ,Inanspruchnahmeklientel' ist weitaus geringer. Nur die Hälfte dieser Kinder bekommt tatsächlich eine Frühförderung." Das Ziel sei es, eine dauerhafte Behinderung zu vermeiden. Dabei ist es von Fall zu Fall verschieden, über welchen Zeitraum sich die Behandlung erstreckt. Raupp: "Das kann ein Jahr dauern, oft werden es aber auch zwei. Bei chronischen Erkrankungen kann sich auch der Besuch einer heilpädagogischen oder integrativen Einrichtung anschließen." Eltern, die Hinweise auf eine Behinderung bei ihren Kindern feststellen, können sich in der Frühförderstelle melden, einen Termin vereinbaren und ihr Kinder untersuchen lassen. Der Weg muss nicht zwangsläufig über eine ärztliche Überweisung laufen, wie Ulrich Knüwer betont: "Wir bieten auch eine Erstberatung für Eltern und Kind, das ist das ,offene Beratungsangebot'". Eine Wartezeit von zwei bis vier Wochen muss dafür eingeplant werden, die Kosten übernimmt der Kreis. Auch wichtig zu wissen: Die Betreuung findet nicht nur ambulant, sondern auch mobil zu Hause in der vertrauten Umgebung des Kindes statt. Es ist wichtig, die Eltern mit ins Boot zu holen. Mehr: www.rp-online.de/moers
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