Moers: Für Körperverletzung in psychiatrische Klinik
VON BIRGIT LAMEYER - zuletzt aktualisiert: 12.12.2006
KAMP-LINTFORT/MOERS Vor der auswärtigen großen Strafkammer des Landgerichts Kleve in Moers musste sich jetzt ein Kamp-Lintforter wegen vier Fälle von Körperverletzung verantworten. Eines seiner Opfer war sogar lebensgefährlich verletzt worden. Nur auf Drängen seiner Freunde hatte sich der schwer verletzte Mann im November 2004 ins Krankenhaus fahren lassen und konnte durch mehrere Operationen gerettet werden. Er selber konnte sich nicht einmal daran erinnern, von dem 34-jährigen Mann auf der Anklagebank zusammengeschlagen worden zu sein. Er sei betrunken gewesen und habe geglaubt, er hätte einen Kater, als er am nächsten Tag mit Schmerzen aufwachte. Von Freunden erfuhr er dann, was geschehen war. Die Verletzungen wären ohne Behandlung tödlich gewesen, erklärte ein Arzt dem Gericht. Trotzdem konnte der Angeklagte dafür nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Ein Gutachter führte ausführlich aus, dass der Angeklagte unter einer schizophrenen Psychose leide. Er habe Wahnvorstellungen und fühle sich bedroht. Zwar sei der Angeklagte schon seit über zwölf Jahren permanent in psychiatrischer Behandlung, habe es aber mit der Einnahme seiner Medikamente nicht so genau genommen. Der Angriff auf seinen betrunkenen Bekannten war kein Einzelfall, deshalb ist er für die Allgemeinheit gefährlich. Mehrere Fälle bewiesen, dass er sich nicht unter Kontrolle habe, seine Aggressivität werde durch Wahnvorstellungen ausgelöst. „Er ist eines schuldhaften Verhaltens freizusprechen”, so der Staatsanwalt, der eine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik vorschlug.
Quelle: RP
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