Moers: Funkkontakt mit Haiti
VON SIMON PAKE - zuletzt aktualisiert: 19.01.2010Moers (RPO). Die Hilfsorganisation ISAR Germany hat in der Feuerwache Essenberger Straße ein Lagezentrum eingerichtet. Von dort wird der Einsatz der Helfer auf Haiti koordiniert – rund um die Uhr.
Zwei Uhren hängen nebeneinander im Informations- und Lagezentrum der Hilfsorganisation ISAR Germany (International Search and Recue) in dem Gebäude des Löschzuges Stadtmitte an der Essenberger Straße. Die eine zeigt gerade 11.30 Uhr an, die andere 5.30 Uhr. Groß steht auf dieser geschrieben "Haiti 2010". Denn im Erdbebengebiet in Haiti sind die Uhren sechs Stunden zurück. Für die Mitglieder im Lagezentrum bedeutet dies, dass gerade mehr oder weniger Ruhe herrscht, denn das am Donnerstag vergangener Woche entsandte Rettungsteam hat noch eine halbe Stunde Ruhezeit vor sich. "Wir leben hier in zwei Zeiten", sagt Pia Abels, Dinslakener Mitglied von ISAR Germany und an diesem Montagmorgen gemeinsam mit Christian Esser aus Neukirchen-Vluyn, Sven van Loenhout aus Duisburg und Sascha Laackmann aus Alpen zuständig für die Koordination im Informations- und Lagezentrum (kurz ILS). Kaffeetassen stehen auf den Tischen, Karten hängen an den Wänden, und obwohl gerade noch Ruhezeit ist, klingelt ständig ein Telefon.
Spendenkonto
ISAR Germany ist eine gemeinnützige Hilfsorganisation und finanziert sich über Spenden. Für Spenden stehen zwei Konten zur Verfügung: Eines bei der Sparkasse Duisburg, BLZ 35050000, Kontonummer 0200120285 und eines bei der Volksbank Niederrhein BLZ 354 61106, Kontonummer 170930801 3. Verwendungszweck bei beiden ist jeweils "Spende".
www.isar-germany.de
Mindestens drei Leute im Büro
Rund um die Uhr sind mindestens drei ISAR-Mitglieder in der Einsatzleitzentrale, um das 30-köpfige Team vor Ort zu unterstützen. Geschlafen wird auf provisorischen Feldbetten. Aber mehr als vier oder fünf Stunden pro Nacht sind auch für die Helfer in Deutschland nicht drin. Verpflegung kommt kostenlos vom Krankenhaus St. Josef. "Wir halten über Satellitentelefon ständig Kontakt zum Team", sagt Sven van Loenhout. Immer wenn sich die Lage vor Ort verändert, wird das Lagezentrum in Moers informiert. Denn von hier wird der gesamte Einsatz koordiniert.
Humanitäre Hilfe
"Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt bei diesem Einsatz bei der humanitären Hilfe", erzählt van Loenhout. Medikamentenlieferungen werden von Deutschland gesendet und vom Team, wozu mehrere Notärzte und Rettungssanitäter gehören, vor Ort eingesetzt. Gerade am Montag wurde wieder eine Sendung mit Verbandsmaterial, Kleidung, Schuhen und Putzmittel auf den Weg in das Katastrophengebiet geschickt. Dass diese auch ankommt, darum kümmert sich das ILS. Vor Ort hat die ISAR-Gruppe einen Sektor der Stadt Carrefour zugewiesen bekommen. In dem Sektor lebten vor dem Beben rund 220 000 Menschen.
Neben der medizinischen Betreuung war die Gruppe mit Hunden, Ortungsgeräten und Suchkameras im Einsatz, um Verschüttete zu retten. Das ist nicht immer ganz ungefährlich. "Wir machen hier aber auch Angehörigenbetreuung", so Christian Esser. Denn natürlich machen sich die Familienmitglieder des Teams auch Sorgen um ihre Liebsten. Ein großer Aufgabenbereich seien außerdem Anfragen von Funk- und Fernsehen. Ein Ende des Einsatzes sei noch nicht abzusehen. Mehr auf Seite C 6 und unter
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