Moers: Fußball-Manager im Gespräch mit Schülern
zuletzt aktualisiert: 15.02.2010Moers (RPO). Am Abend vor dem Auswärtsspiel in Bochum machte Jan Schindelmeiser, Manager des Fußball Bundesligisten TSG Hoffenheim 1899, einen Abstecher nach Moers. Auf Einladung der Schüler von Mathematiklehrer Ulrich Eickmeyer, am Freitag abends in der Aula des Grafschafter Gymnasiums zu Gast war.
Es ging nicht etwa um Transferverhandlungen mit noch unbekannten Fußballtalenten, sondern der Manager war Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe "GGM im Gespräch" – 90 Minuten Schülerpressekonferenz. "Wir spielen durch", juxte der Inititator Eickmeyer, der privat der Arminia aus Bielefeld die Daumen drückt. Er war hin und weg vom Besuch des Fußballmachers aus der Nähe von Mannheim. "Wir planen das seit Herbst", verrät der Pädagoge, der Schindelmeiser im Vorfeld als völlig entspannten Typen kennengelernt hat. "Ich hab ihn einfach angerufen und er hat sofort zugesagt", berichtet er. Was ihn dazu bewogen habe Schindelmeiser anzufragen, erklärt er so: "In der TSG gibt es eine ganz spannende Verknüpfung von Wirtschaft und Gesellschaft". Kurios: "Dort im Verein wird mit viel Pädagogik gearbeitet, die Spieler sollen sogar ein Unterrichtsfach namens Glück haben", verrät er.
Dass die Verknüpfung von Sport und Wirtschaft in den Medien und bei den Fußballfans auch kritische Betrachtung findet, das wusste Schindelmeiser an diesem Abend nicht nur aus der Zeitung. Wie ist das nun mit der TSG Hoffenheim und Dietmar Hopp, dem Gründer der Softwarefirma SAP und allmächtigen Mäzen des Bundesligisten? Das wollten die Schüler von Schindelmeiser erfahren. Hoffenheim sei nicht Chelsea und Hopp mische sich ins operative Geschäft nicht ein. Der wohne fast das ganze Jahr in seinem Appartement auf einem Golfplatz und sei das letzte Mal vor Monaten in der Geschäftstelle zum Gespräch gewesen, konterte der ehemalige Oberligaspieler. Bei soviel Fußballromantik durfte natürlich die obligatorische Medienschelte nicht fehlen, die Schindelmeiser – ganz Profi – wie nach Fahrplan gleich mitlieferte. Klappern gehört zum Handwerk- das konnten sich die Schüler also schon mal notieren, die ihn nach einem typischen Arbeitstag befragten. Alles in allem war es dann aber doch eine runde Sache, befanden die rund 70 anwesenden Abiturienten. "Es ist ja nicht nur Kohle im Spiel, sondern ein Konzept. Hoffenheim hat viele kleine Spieler gekauft die niemand wollte", sagt Oguzhan Alemdar (20), selbst begeisterter Fußballer und Schüler von Eickmeyer. Für die nächste Veranstaltung gibt es, zumindest aus den Reihen der männlichen Schüler, schon eine Wunschkandidatin: Heidi Klum.
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