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Moers: "Gemeinsam sind wir stark"

zuletzt aktualisiert: 11.04.2009

Moers (RPO). Die Finanz- und Wirtschaftskrise, die zunehmende Sorge um Arbeitsplätze, der Klimawandel, die Globalisierung – wir in Europa stehen derzeit vor gewaltigen Herausforderungen. Fest steht jedoch: Gemeinsam sind wir stark. Dies ist das Erfolgsrezept der Europäischen Union: Gemeinsam handeln – und davon profitieren.

Karl-Heinz Florenz  Foto: RPO
Karl-Heinz Florenz Foto: RPO

In der Europäischen Union leben fast 500 Millionen Menschen. Aber nur durch eine gemeinsame starke Präsenz nach außen können wir uns als größter Wirtschaftsraum der Welt mit einer starken Verhandlungsposition behaupten. Vor allem Deutschland profitiert – als Exportweltmeister. Durch den europäischen Binnenmarkt, gemeinsame Standards und den Abbau von nationalen Handelsschranken können zum Beispiel niederrheinische Unternehmen ihr Know-how europaweit exportieren.

So werden seit Jahrzehnten Arbeitsplätze gesichert. Auch der Euro und die europäische Finanzpolitik tragen zum Erfolg der EU bei: Vor zehn Jahren wurde der Euro als einheitliche europäische Währungseinheit eingeführt. Seither gilt er als stabile und krisenfeste Währung – auch wenn es einzelnen Mitgliedstaaten teilweise schwer fiel, die zugrunde liegenden Kriterien zu erfüllen.

Trotz der Konzentration auf die Finanzwelt und trotz der Tatsache, dass Europa eine Industriemacht ist und einen Großteil seines Wachstums dem Dienstleistungsbereich verdankt, bleibt auch die Landwirtschaft für Europa von großer Bedeutung. In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten ist sie moderner und marktorientierter geworden – aber auch nachhaltiger. Europa setzt Standards - in Punkto Qualität, Ökologie und bezüglich der Vergleichbarkeit von Lebensmitteln. Produzenten, Händler und Verbraucher können auf diese Standards vertrauen - wenngleich die Sicherung von vergleichbaren Produktionsbedingungen im europäischen Binnenmarkt noch nicht gewährleistet ist. Die europäische Landwirtschaft ist sehr leistungsfähig.

Wir müssen jedoch sicherstellen, dass sie sich nicht von dem entfernt, was im Zentrum aller Überlegungen stehen sollte: dem Wert von Lebensmitteln. Nahrungsmittel sind schließlich nicht irgendein Produkt, sie sind Grundlage unseres Lebens und unserer Entwicklung. Nahrungsmittel entstehen nicht allein durch Maschinen und den Einsatz von Technik, sondern im Zusammenspiel des Landwirts mit der Natur. Diese gilt es, zu respektieren – auch durch einen Preis, der diesen Wert widerspiegelt. Gerade in diesem Bereich zeigt sich: Auch Europa ist nicht frei von Fehlern. Deshalb gilt es, gemeinsam zu handeln, um Europa noch besser zu machen.

Schließlich hat Europa viele Erfolgsgeschichten geschrieben – große wie kleine. Diese gilt es zu erzählen, denn Europa ist kein abstraktes Konstrukt, sondern eine Realität, die bei Dingen beginnt, die unseren Alltag prägen. Es geht etwa darum, zu gewährleisten, dass die Lebensmittel auf unserem Teller auch sicher sind, dass die Luft in unseren Städten nicht gesundheitsschädlich ist, dass wir versichert sind, auch wenn wir uns im Ausland aufhalten, und dass das Spielzeug unserer Kinder keine Gefahr für sie darstellt. Es geht aber auch um die Verminderung von Abhängigkeiten in Bezug auf Energie und Rohstoffe heute oder die Erschließung neuer Quellen für die Zukunft. Auch auf die konkrete Gestaltung unseres Lebens hat die EU positiven Einfluss: Junge Menschen können ihre Ausbildung und ihr Studium europaweit verfolgen, innovative Ideen können durch die Hilfe der EU umgesetzt werden und auch das Leben in einem anderen EU-Staat.

Ob jung oder alt, Student oder Rentner, Angestellter oder Selbständiger, Stadt- oder Landmensch: Europa betrifft uns alle! Dies gilt zum einen in Bezug auf die Klimapolitik, in der die EU eine Vorreiterrolle eingenommen hat, zu Zeiten, in denen die amerikanische Regierung sich selbst inoffiziellen Gesprächen verweigerte und zum anderen besonders in Bezug auf die Erfolge der letzten Wochen im Bereich der Finanzpolitik.

Europa hat die USA dazu gebracht, für die begangenen Fehler auch einzustehen. So ist es gelungen, eine neue Finanzarchitektur zu beschließen, in der keine Bank, keine Versicherung und kein Manager mehr ohne Kontrolle sein soll. Derart entschlossenes Handeln ist unser Anspruch auch für die Zukunft – für unsere Zukunft in Europa.

Gastkommentar des CDU-Europaabgeordneten Karl-Heinz Florenz aus Neukirchen-Vluyn.

Quelle: RP

 
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