Moers: Geniestreich
VON HERIBERT BRINKMANN - zuletzt aktualisiert: 29.11.2007Moers (RPO). Einstimmig hat sich die Jury beim städtebaulichen Ideenwettbewerb Neuer Wall/Kö für den Entwurf von RKW/GTL Düsseldorf ausgesprochen. Gefallen haben Graben am Ostwall und Platzcharakter am Kö.
Die Empfehlungskommission unter Vorsitz von Prof. Franz Pesch aus Stuttgart hat ganze Arbeit geleistet. Sie haben nicht nur an einem Vormittag die vier überarbeiteten Entwürfe gesichtet und sich für ein Modell entschiedet, sondern es sogar geschafft, die Kommission zu einer einstimmigen Entscheidung zu überzeugen. Dabei gehören dieser Kommission Ratsvertreter aller sechs Fraktionen an.
Gestern wurde das Ergebnis der Presse vorgestellt. Professor Pesch sprach dabei von einem Geniestreich, der dem gemeinsamen Entwurf des Düsseldorfer Architekturbüros RKW und den Gartenbauern von GTL Kassel gelungen sei. Gemeint ist dabei die Verbindung der Vorstellung der historischen Wallanlage mit dem See an dieser Stelle, vor allem aber die beste Platz-Gestaltung für den Königlichen Hof, der nach Herausnahme des Busbahnhofes eine neue Aufenthaltsqualität erreichen soll.
Bürgerinformation
Die verschiedenen Entwürfe der vier Teams sind ab heute bis Weihnachten für jedermann im Bürgerservice am Neuen Wall ausgestellt. Auch auf der Homepage der Stadt Moers gibt es ab sofort einen Link zu den Plänen. Jetzt beraten die einzelnen Fraktionen. www.moers.de
Neubau mit Café
Zudem müssen die Fußgängerströme zwischen Stein- und Homberger Straße darüber geführt werden. Als einziges von vier Teams haben die Düsseldorfer dem Platz mit einem transparenten Neubau einen oberen Abschluss gegeben. Dort könnte ein Café mit Terrassenbetrieb entstehen und für eine Belebung des Platzes sorgen.
Zum Geniestreich zählt der Stuttgarter Professor aber auch die Aufwertung der Souterrain-Situation am Kopf der Haagstraße, wo der Graben zu einem dünnen Rinnsal verkommen ist. Auch ohne „archäologische Präzision“ haben die Düsseldorf-Kassler Planer den Graben am Ostwall wieder stärker betont. Zum Königlichen Hof soll der Graben zum kleinen See aufgestaut und in Kaskaden weiterfließen. An der Ostseite führen Stufen zum Wasser, an der Westseite könnte ein Schwimmdeck aufs Wasser locken. Die weitere Bebauung im Plan ist erstmal zurückgestellt worden.
Der Sieger-Entwurf wird im nächsten Ausschuss für Standentwicklung, Planung und Umwelt behandelt werden. Beigeordneter Günter Wusthoff will die Planung gern forcieren, weist aber auch darauf hin, dass die Finanzierung überhaupt noch nicht geklärt sei. Zuschüsse müssten beantragt werden, der Busverkehr umgewandelt werden. Bis 2010 könne die Planung abgeschlossen sein. Für die Umsetzung der Pläne wagte Wusthoff gestern keine Prognose.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




