Moers: Grafen-Galerie hat Nase vorn
VON DIRK MÖWIUS - zuletzt aktualisiert: 10.02.2012Moers (RP). Um die beiden möglichen Einkaufszentren in Moers ging es im Planungsausschuss. Entschieden wurde noch nichts. Das Projekt für das Horten-Haus wirkt in der Planung deutlich weiter als das Konzept für den Königlichen Hof.
Zu beneiden sind die Mitglieder des Planungsausschusses in diesen Tagen wieder einmal nicht. Da stehen die Investoren tatsächlich förmlich Schlange, um zwei große Problembereiche der Stadt in Angriff zu nehmen. Doch so gut wie alle Experten warnen, dass beide Projekte zumindest in ihren derzeitigen Größenordnungen am Ende Moers eher schaden als helfen würden. Gestern musste die Politik nichts entscheiden. Sie bekam nur den aktuellen Stand der Planungen und Vorbereitungen vorgestellt. Doch der Tenor der Fragestellungen ließ erkennen, dass das Projekt Grafen-Galerie für den Bereich Horten/ C&A derzeit die Nase vorn hat.
Wie geht es weiter?
Im März tagt der Ausschuss wieder und sollte dann endlich Weichen stellen. Er könnte für die Grafen-Galerie den Bebauungsplan vorbereiten lassen und erklären, ob er am Königlichen Hof auf Jochem Bellinger setzen will. Angeblich soll auch der Projektentwickler ECE mit Torsten Kuttig Interesse haben, in diesem Bereich zu investieren.
Wird Homberger Straße zu schmal?
Zumindest die Frontleute könnten nicht unterschiedlicher sein. Für die Grafen-Galerie steht Brigitte van der Jagt von Charterhouse, die sich auch durch die eigene Verspätung nicht erschüttern lässt und ebenso temperamentvoll wie witzig ihr Projekt vorstellte. Und sie hat Fakten geschaffen: Drei Objekte, dabei auch das Horten-Haus als zentrales Filetstück des Projekts, habe sie schon gekauft, bei den anderen sei sich weitgehend mit den Grundstückseigentümern einig. Das ist ein wichtiger Punkt, denn der neue Technische Dezernent Lutz Hormes erläuterte, dass der vorhabenbezogene Bebauungsplan erst aufgestellt werden kann, wenn genau klar ist, um welche Grundstücke es geht. Doch auch nach dem Verzicht auf die Überbauung der Homberger Straße bleiben Zweifel. Besonders die Höhe des Gebäudes und eben die Homberger Straße, die als fußläufiger Durchgang nur noch neun Meter breit sein soll, bereitete der Politik Unbehagen. Die fast 16 000 Quadratmeter Verkaufsfläche sind aus van der Jagts Blick nicht besonders viel, weil ja schon Horten und C&A einen Bestand von fast 10 000 Quadratmetern hatten. Sie wird bald in den Räumen der früheren Dresdner Bank ihr Projektbüro einrichten.
Mit dem Temperament hat es ihr Mitbewerber nicht. Jochem Bellinger machte es sehr umfassend, aber auch langatmig. Dabei wollte der Ausschuss vor allem eins wissen: Hat Bellinger einen Investor, der das Projekt stemmen kann. Er sagt ja. Und machen wirklich alle Eigentümer mit? Danach sieht es derzeit nicht aus. Bellinger erklärte, die beiden großen Bauabschnitte mit den Bereichen Post, Kios West bis Rossmann und Saturnerweiterung würden gleichzeitig umgesetzt. Die Rückseite der Homberger Straße (Kautzstraße) würde von den Eigentümern erst in Angriff genommen werden, wenn sie sich über Art der Mieter und die Marktlage sicher seien. Das gefällt dem Ausschuss nicht. Lutz Hormes soll jetzt versuchen, die offenen Fragen mit Bellinger und den Eigentümern zu klären.
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